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Wettbewerbsbeitrag: Helden

Im Rahmen des Geschichtswettbewerbes des Bundespräsidenten zum Thema "Helden: verehrt-vergessen-verkannt" haben SchülerInnen der Klasse 5b  verschiedene Veranstaltungen wahrgenommen, die es ihnen ermöglichten, sich näher mit der Zeit der Judenverfolgung im Dritten Reich zu beschäftigen.

Hier besuchten sie die Ausstellung "Jüdisches Leben in Bad Dürkheim", welche im Bad Dürkheimer Stadtmuseum gezeigt wurde. Frau Dr. Preuß führte die SchülerInnen durch die Ausstellung.

Die Klasse 5b erfuhr, dass es in Bad Dürkheim zahlreiche bekannte jüdische Persönlichkeiten gab, die sich aktiv am öffentlichen Leben der Kurstadt beteiligten. Zu nennen ist u. a. Rosa Maas (Opern- u. Konzertsängerin), Dr. Veit Kaufmann (Arzt u. Schüler von Rudolph Virchow, Mitbegründer der Pfälzischen Kinderheilstätten), Jonathan Gernsheim (Museumsleiter u. Kustos der Sammlung des Altertumsvereins) und Ludwig Strauß (Stadtratsmitglied u. Lehrer an der Bärmannschule). Die Ausgrenzungs- und Diskrimminierungspolitik der Nationalsozialisten löschte das jüdische Kulturleben in Bad Dürkheim aus. Nur wenige jüdische Bürger konnten dem NS-Terror rechtzeitig durch eine Emigration entfliehen. Die anderen wurden deportiert und ermordet.

Es gab in Bad Dürkheim aber auch Menschen, die den Mut besaßen für ihre jüdischen Mitbürger einzutreten. Hierzu zählt die Familie Pfau, die zwei Familien vor der Deportation ins KZ Auschwitz bewahrte. Die SchülerInnen konnte auf einer Informationstafel ihre großartige Tat nachlesen.

Ob es weitere solcher Helden in Bad Dürkheim und Umgebung gab, wissen wir nicht. Oft wollen diese Menschen unerkannt bleiben, da sie ihre Tat als ein selbstverständliches Handeln der Mitmenschlichkeit betrachten. Auch das Ehepaar Pfau sah dies lange so.  Es ist ein Privileg diese Menschen kennen zu lernen.

Im Rahmen des Projektes "Helden" kam die fast 90-jährige Frau Pfau an unsere Schule. Ermöglicht hatte dies ein Forschungsprojekt an der Carl-Orff-Realschule (COR) in Bad Dürkheim. Hier entstand durch das Lesen der Lektüre "Das Tagebuch der Anne Frank" das Bedürfnis sich mit der jüdischen Verfolgung vor Ort zu beschäfitgen. Durch ein unermüdliches Suchen in historischen Archiven fanden die Schüler die Adressen von heute noch lebenden jüdischen Bürgern und sogar den Hinweis auf die Familie Pfau.

Die IGS Deidesheim/Wachenheim konnte von den Ergebnissen der COR profitieren. Der Schüler, Malte Remmel, stellte uns seine Powerpoint-Präsentation, die das Leben der Familie Pfau zum Inhalt hatte, zur Verfügung. Außerdem entstand ein reger Austausch zwischen den Lehrenden beider Schulen.

Am 11. Dezember 2008 versammelten sich die Klassen 5b und 5c im Kunstsaal der Schule, der zur Vorstellung von Frau Pfau und Herrn Ehrhard - besuchte die 5c - genutzt wurde.

Das Ehepaar Pfau bei der Entgegennahme der Urkunde, die sie als Freunde und Helden des jüdischen Volkes erhielten. Ihre Namen befinden sich auf einer Gedenktafel der zentralen Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte "Yad Vashem".

Frau Pfau

Nach der Präsentation hatte die SchülerInnen der Klasse 5b die Möglichkeit, Frau Pfau weitere Fragen zu stellen.

Beeindruckt lauschen die SchülerInnen ihren Ausführungen.

Das Haus im Bad Dürkheimer Eppental, in dem das Ehepaar Pfau acht Menschen versteckten.

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Der Brief, den die gerettete jüdische Familie Fronmüller an den Bundespräsidenten schrieb.

Zuhören und staunen.

Die seinerzeit geretteten Kinder (Aufnahme aus den 1950er Jahren).

Die Überlebenden mit dem Ehepaar Pfau (Aufnahme aus den 1980er Jahren)

Helden werden geehrt. Ihre Taten sollen uns eine Ermutigung für eine mitfühlendes und verantwortungsvolles Leben sein. Diese Worte könnten aus der Rede bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an das Ehepaar Pfau stammen.

"Wir sind Frau Pfau für diese Begegnung der dankbar. Vielleicht können wir auch kleine Helden des Alltag werden?" (Klasse 5b).