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Pädagogische Schulentwicklung

 

Um Schule zu verbessern, kann man die Schulstruktur in einem langen Prozess verändern wollen und stößt auf hegtige Widerstände. Um Schule zu verbessern, kann man versuchen, die Lehrkräfte anders auszubilden und wird sich auf lange Prozesse einstellen müssen, man spricht von 10 bis 15 Jahren, bis eine Reform wirklich in der Schule angekommen ist. Dr. Heinz Klippert setzt am Erziehungswissenschaftlichen Fort- und Weiterbildungsinstitut der evangelischen Kirche in Landau mit seinem Programm der Pädagogischen Schulentwicklung dort an, wo Schule immer und als erstes stattfindet: Im Unterricht.

Zweiter Schritt nach der Einzelarbeit: Vergleichen mit dem Partner

Auch aktuelle Studien zeigen, dass immer noch der aktive Anteil der Lehrkräfte während einer Unterrichtsstunde viel zu hoch liegt, während die aktive Beteiligung der Schülerinnen und Schüler weiter bei etwa 10 bis 20 % sehr gering ausfällt. Die Hirnforschung belegte aber jüngst in weiteren Studien: Lernen ist dann am effektivsten, wenn der/die Lernende selbst aktiv ist. Hier setzt das Programm ein und fordert konsequent die Aktivität der Lernenden ein, sei es in verschiedenen Sozialformen (Einzel-, Partner-, Geuppenarbeit), sei es mit den verschiedensten Methoden (vom Doppelkreis über die Fishbowl bis zu Abfragen und Präsentationen). Natürlich kommt das immer und überall vor, doch die PSE setzt auf Regelmäßigkeit und konsequente Anwendung.

Nach der Partnerarbeit Zusammenführung in der Vierergruppe

Wie kann man erreichen, dass dies nicht an einzelnen Lehrkräften in deren Stunden umgesetzt wird sondern in einer ganzen Schule umgesetzt wird? Zunächst dadurch, dass eine Steuerungsgruppe eng mit dem EFWI in Landau zusammenarbeitet. In zwei Seminaren pro Schuljahr wird eine von der Schule ausgewählte Steuergruppe, in der die Schulleitung vertreten sein muss, in das Programm und dessen Umsetzung eingeführt.

Unsere Steuergruppe mit Moderatorin Herta Heindl während des Seminars in Landau

Der Steuergruppe fällt an der Schule die Aufgabe zu, die PSE mit den übrigen Lehrkräften zu organisieren. Hilfreich kommt uns das Team-Kleingruppen-Modell der IGSen hier zu Gute, das für den jeweiligen Jahrgang das Konzept umsetzen kann. Dazu werden mit Unterstützung der vom EFWI zur Verfügung gestellten Moderatoren pro Schuljahr zwei Studientage an der Schule durchgeführt, in denen zum einen das Programm inhaltlich vertieft wird, zum andere konkret so genannte Lernspiralen entwickelt, die am Folgetag gleich in den Klassen eingesetzt werden.

Studientag an der IGS Deidesheim/Wachenheim

Um dem Ziel der Schüleraktivität nahe zu kommen, müssen die Schülerinnen und Schüler über ein reichhaltiges Repertoire an Arbeitstechniken und Methoden verfügen. Diese weden an drei Teminen im Schuljahr eingeführt und geübt, damit sie im späteren Fachunterricht ohne zeitlichen Aufwand anzuwenden sind.

Zeitliche Struktur der PSE der IGS Deidesheim/Wachenheim

In verschiedenen Jahrgängen werden Methoden und Arbeitstechniken je nach Alter der Schülerinnen und Schüler und je nach Lernstoff verteilt. Drei große Bereiche wechseln sich dabei immer ab: Teamentwicklung, Kommunikationstraining und Methodentraining.Inhaltlich haben sich bei uns über die Jahrgänge hinweg folgende Einzelthemen herauskristallisiert:

Das Programm des EFWI ist auf zweieinhalb Jahre konzipiert, dann wird ein kompletter Durchlauf erreicht sein. Bis dorthin werden drei Jahrgangsteams mit der PSE vertraut sein, so dass eine hohe Akzeptanz und festgelegte Einübung grundgelegt sein dürfte, immer das Ziel einer hohen und auf wachsende Eigenständigkeit zielende Aktivität auf Seiten der Schülerinnen und Schüler vor Augen.

Auf dem Weg zu höherer Schüleraktivität