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Mai bis Aug 11

Montag, 29. August 2011:

Zu schnell wurden die 500 Exemplare des Elternbriefes kopiert, die Unterschrift fehlte - so will ich ihn nicht ausgeben. Während die Klasse also faltete, 500 handschriftliuche Signaturen, gabs wohl auch noch nie (und muss sich nicht wiederholen). Ich habe heute die Schülerinnen und Schüler der RS+ zu den YA eingeladen. Es ist ja ausreichend Platz vorhanden und warum ihnen dieses Highlight vorenthalten.

 

Sonntag, 28. August 2011:

Heute war Weinstraßentag 2011 - zum zweiten Mal war unser Förderverein mit einem Stand vertreten. Schade daran idt, dass bei etwa 800 Vätern und Müttern es sich schwierig gestaltet, 40 Helfer zu finden. Sollte uns das nachdenklich stimmen? Die, die als Helfer aktiv waren, haben ihre Sache gut gemacht. Der Stand war schon fast professionell betreut, Arbeitsabläufe schon eingespielt und bekannter war er dieses Jahr auch - sogar der Kreis schaute mit einer Delegation vorbei, tolle Anerkennung!  Vielleicht liegt es ja auch daran, dass maan nicht mal schnell hinfahren kann, denn die Zufahrtswege sind ja weitgehend gesperrt, offene Schleichwege kennen nur die Einheimischen. Also muss man mit dem Rad kommen, das ist nicht jedermanns Sache. Wir fuhren aber los, ein Stück mit Tandemstange, denn ungefährlich ist dieser Tag ja nicht. Schön zu sehen war die große IGS-Fahne schon nach der Kurve in Forst. Da vorne sind wir! Toll. Danke allen Helferinnen und Helfer, die wieder einmal einen Sonntag oder gar ein Wochenende der schuliswchen Unterstützung gewidmet haben. Große Klasse.

Dieser Tage erhielt ich auch ein Email von der Schulaufsicht. Neben dem wissenschaftlich evaluierten Bericht der AQS eine Rückmeldung aus Neustadt, die sich aus Presse und persönlicher Meinung speist und somit die "andere Seite" wiedergibt. Sie soll nicht untergehen, denn ich freute mich sehr darüber:

"Lieber Herr Dumont,
in unseren Presseschauen finde ich nur Erfreuliches über DeiWa und immer wieder treffe ich Menschen, die Ihre Schule als Glücksfall bezeichnen. Toll!..."

 

 

 

Freitag, 26. August 2011:

Jahreseröffnungsgottesdienst für 7/8 in Deidesheim. War eine halbe Stunde zu früh da und genoss angesichts der Anfangshektik die Ruhe der Kirche. Der Organist übte wohl noch seine Stücke für Sonntag, ansonsten Ruhe im sonnendurchfluteten Kirchenschiff. Unverhofftes Luftholen ohne Telefon und ohne Nachfragen - ein Geschenk! Nun ja, der Gottesdienst selbst erinnerte mich gestalterisch an oft erlebte Feiern, die mich inhaltlich nicht bereicherten. Da müssen wir sicher nochmal nachdenken: Was wollen wir erreichen? Was wollen wir vermitteln? Und wie können wir, zumindest in ihrer Wirkung auf mich eher frömmlerisch anmutende Elemente vermeiden? Aber ich kenne meinen Anspruch in diesem Bereich und will mich zurückhalten, es ist nicht MEIN Gottesdienst. Die Atmosphäre, die Kinder und Jugendlichen, einige haben sich ja fast schon zu jungen Erwachsenen entwickelt, wieder zu sehen. Und auch als Achtklässler ist es anscheinend möglich, den Schulleiter bei der Begrüßung in den Arm zu nehmen. Schön, ich kann da gut mitgehen.  Weitere Mail aus den USA, Fragen und Organisation in Fülle, und immer noch: Schulbuchausleihe, die nicht vom Platz kommt. Weitere Anmeldungen zu den YA und dennoch Zurückhaltung.

 

Donnerstag, 25. August 2011:

Elternabende in 7 und 8. Zu Beginn des Schuljahres also unterschiedliche Treffen, die einen stimmungsvoll fröhlich, die anderen eher krittelnd und angespannt. Ein Thema, das jetzt wohl immer lauter wird bei einem Teil der Eltern: Die gestockte Sanierung, bzw. Fertigstellung der Schule: Die Decken fehlen noch immer, keine Lautsprecheranlage und immer wieder die Toiletten. Ich kann das verstehen und teile die Kritik, habe allerdings auch soviel Hintergrundwissen, dass ich um die Situation des Schulträgers weiß und was an nicht sichtbarem Fortschritt vonstatten geht. Immer wieder sei es betont: Was in 40 Jahren versäumt wurde, kann ein neuer, eigentlich verschuldeter Schulträger nicht binnen eines Jahres richten. Und er will und plant und hat für die nächsten Jahre eine zweistellige Millionensumme für die Schulsanierung eingeplant. Mal sehen, was daraus wird, von lauten Protestaktionen, Pressemitteilungen oder offenen Briefen halte ich nichts, das fällt eher auf die Schule zurück! Kontinuierliches Arbeiten im Detail ist da eher mein Weg als laute Töne.

 

Dienstag, 23. August 2011:

Ein Merkpunkt in der Schulgeswchichte: AQS-Rückmeldekonferenz. Alles, was da an Daten wissenschaftlich gesammelt und bewertet wurde, ist Eigentum der Schule und nicht für eine Veröffentlichung gedacht, also halte ich mich auch hier zurück. Sagen kann ich aber, dass unsere Schule nun auch ihre Qualitäten offiziell besitzt. Es gibt eine ganze Reihe "ausgeprägter Stärken" aber keine "ausgeprägten Entwicklungsfelder", der positive Ausschlag ist also da, der negative nicht. Klar ist nicht alles ausgeprägt gut, kann ja wohl auch nicht sein. Aber nichts ist ausgeprägt schlecht. Stolz bin auch die Schule in zwei Feldern: zum einen wurde uns ein hoher Anteil an Redeanteil auf Schülerseite bescheinigt und bei den Einblicknahmen in den Unterricht wurde viel Differenzierung und individuelles Lernen beobachtet. Prima und klasse, das sind zwei Bereiche, die bei meinen eigenen AQS-Besuchen ja immer auffällig sparsam vorkamen. Nun geht es also daran, bis Weihnachten aus den fünf Arbeitsgruppen, die heute thematisch gearbeitet haben, Zielvereinbarungen zu treffen. Wo wollen wir uns wie und bis wann verbessern. Also noch eine Steuergruppe. Da ist doch ein Tag vergangen, der beansprucht hat, der aber in einen guten und breiten  Weg mündet. Wieder mal ein Säckchen Belohnung für all die Arbeit und Anstrengung für alle. Wie sagte der AQS-Teamleiter: "Sie sind auf einem sehr guten Weg! "Und das tut gut.

 

Montag, 22. August 2011:

So, heute Morgen ist das neue Team "Gustav Grumbeer" zur erlebnispädagogischen Teamfindung ins Martin-Butzer-Haus. Diese Art der Zusammenarbeit hat sich in den anderen Teams bewährt: Einmal ohne Organisation, ohne pädagogisches Alltagsgeschäft und ohne die schulische Hektik zwei Tage sich als Team zu begreifen und auf sich zu schauen. Wer agiert vorne weg? Wer hält sich zu sehr zurück? Auch: Wer nervt schon am Anfang? Wie können wir das als Team meistern? Und gleichzeitig werden die erlebnispädagogischen Tage der Klassen an gleichem Ort vorbereitet. Tolle Sache. Erlebnispädagogik lernte ich auf einer Klassenfahrt mit meiner letzten neunten Klasse kennen. Nicht nur, dass ich beim Einzelbaunklettern einen Baum mit 25 Metern erklomm, wir stiegen auch in einen 4 Grad kalten Gebirgsbach - das schweißt zusammen, das führt an Bereiche heran, die kaum jeder Einzelne noch eine Gruppe sonst betritt. Und eben deshalb so wertvoll. Also, ihr lieben Grumbeeren, ich wünswche euch mannigfaltige Begegnungen auf diesen Bereichen, findet zusammen, lernt euch ganz neu und anders kennen, denn ihr sollt sechs Jahre als Team für eure Klassen (und die Schule) wirken.

Viel zu spät aber immerhin: Der Flyer zu den YA ist heute aus der Online-Druckerei angekommen, schön bunt, innen etwqas flippig orange, passend also. Bin mal gespannt, ob er noch weitere Anmeldungen bringt. Klar, er sollte mit dem Informationsbrief rausgehen, aber so ist das, wenn viele Stellen zusammen arbeiten und es an einer hakt. Er kann ja jetzt auch noch wirken.

 

Freitag, 19. August 2001:

Hmm, das mit dem Flyer zieht sich hin. Ich rechne nochmal mit Anmeldungen wegen der Fotos und zusätzlichen Informationen. Am Montag nun soll er kommen, 1000 Stück. Dafür gibt es Neues von der finanziellen Seite. Die angefragten Summen  bei den Sponsoren sind so nicht eingegangen, alle haben gekürrzt. Aber durch die niedrigere Teilnehmerzahl und die Spendenfreudigkeit der IGS-Familien kann ich sagen: Die Finanzen sind gesichert, sage ich heute mal so. Danke allen Spendern und Sponsoren. Wir werden bei der Show am Sonntag eine Sponsorenwand erstellen, da sind dann alle zu sehen.

Dafür halten sich die informierten Medien (Funk, Fernsehen und Prese) noch ganz bedeckt, dabei hatte ich doch die Einmaligkeit für Rheinland-Pfalz betont. Und bei den vielen Berichten über Kaninchenzuchtvereine und Kunstrasen beim Fußballverein Dorf A rechnete ich mit größerem Interesse. Wieder falsch eingeschätzt? Das zweite Mal runterfahren? Wird wohl so sein. Aber was läuft, läuft gut. Die gemeinsamen Mahlzeiten sind unter Dach und Fach, Räume klar, Familien weitgehend klar. Nimmt man Abschied von den ursprünglichen Zielmarken (von denen ja nichts abhängt), können wir zufrieden sein. In mir steigt das Adrenalin langsam an.

 

Mittwoch, 17. August 2011:

"Dear Georg, I'm Anna, your Company-Manager."...die erste Mail aus den USA von den Young Americans. Zunächst kam ein Anruf aus Kalifornien, kurz und hauptsächlich zum Austausch der Email-Adressen. Konnte dabei gleich mein Englisch erproben, radebrechend, aber ohne inhaltlichen Verlust. Die Daten stimmen - manchmal denke ich mir aus, was wohl wäre, wenn irgendwo in dieser Vorbereitungsphase ein Termin durchrutscht oder ein Tippfehler sich eingeschlichen hat. Aber nicht dieses Mal, alles klar. Die Anmeldung unserer Schülerinnen unnd Schüler läuft ja eher schleppend. Ich hatte gedacht, dass dieses Angebot alles übersteigt und ein Run auf die Plätze stattfindet. Dem ist nicht so. Mag sein, dass die YA nicht bei allen engekommen sind. In Klassen, in denen TeilnehmerInnen des letzten Workshops in Jena sind, läuft die Aameldung zahlreicher. Auf der anderen Seite haben sich sehr viele Fünftklässler dabei, die mit den YA ja gar nichts anfangen können. Oder sollte es wirklich der Wurstmarkt sein, der am gleichen Wochenende startet. Sei's drum. Die Zielmarke von 400 Teilnehmern haben wir geköscht. Wenn es 200 werden, ist es gut. Daher haben wir die RS+ eingeladen. Wenn wir die Plätze nicht voll bekommen, wollen wir dies zur Kooperation nutzen. Das bedeutet aber auch für uns, dass wir den Thementag für die Nicht-Tänzer intensiver planen müssen. Aber das kriegen wir hin. Dafür, dass dies der erste Workshop bei uns ist, läuft es doch prima, knapp die Hälfte angemeldet, ist doch was.

 

Montag, 15. August 2011:

Meine erste Musikstunde bei den Grumbeeren - und wieder erklangen Lieder des Anfangs 2088: Jeder kann was prima machen, Drei Chinesen, I like the flowers...wie sich anfühlt, drei Jahre jünger, drei Jahre Erfahrung unserer Schule liegen dazwischen...eigenartig schönes Gefühl und Freude, dass ich dies immer noch "über die Rampe" bringen kann. Den Text von der damaligen 5b von "Zehn von der IGS" musste nicht neu getextet, konnte einfach gesungen werden. Es macht wieder und immer noch Spaß.

 

Freitag, 12. August 2011:

Die Integrationstage der Gustav Grumbeeren ist erfolgreich verlaufen, das Grillen zum vierten Mal in Folge bei schönem Wetter verlaufen. Gute Stimmung und ein Anfang, der Schule mit einem fröhlichen Schwerpunkt versieht, ist gelungen. Prima!

Erste Fachkonferenzen in diesem Jahr haben stattgefunden. Dazu ein kurzer Einblick in die verrückt wirkende Bürokratie, zum Schmunzeln geeignet. Fachkonferenzen haben in unserem Kalender die Abkürzung "FK". Nun wollen wir Unterricht gut und gemeinsam vorbereiten, daher gibt es neben den großen Sitzungen, an denen alle Fachlehrkräfte jahrgangsübergreifend beteiligt sind, auch solche für die Fachlehrkräfte des Jahrgangs, also jahrgangsbezogen. Also tauchen im Kalender auf: FKjü und FKjb. Stilblüten  und AKÜFI zugleich (AKÜFI steht für Abkürzungsfimmel. Auf das Übertreffen einer Abkürzung warte ich seit 30 Jahren. Ich las ihn im Pfarrbrief einer katholischen Pfarrei: priloWogo und meinte einen priesterlosen Wortgottesdienst. Vielleicht ist er auch noch wehen der dahinter stehenden Theologie in Erinnerung geblieben, wer weiß das schon).

 

Dienstag, 09. August 2011:

Eine sehr schöne Aufnahmefeier in der Stadthalle. Ganz viele Beiträge der sechsten Klassen zauberten ein buntes Programm auf die Bühne. Musik, Darstellendes Spiel, Pfälzisch AG, Sitztanz, Drum Circle für alle...toll! Und viele Blicke auf mein Auge! Um nicht von allen angesprochen zu werden, löste ich das dicke Auge auf und gab den Fünfern für heute die Erlaubnis, zu Hause sagen dürfen: "Mein neuer Schulleiter hat einen Stich!" Damit war das schmunzelnd vom Tisch und keiner musste sich Gedanken machen. Es ist erfrischen zu erleben, wie sich die lockere, schöne, humorvolle  Atmosphäre dieser Aufnahmefeier über die Jahre hin weitergegeben wurde und wie sich jedes neue Lehrkräfteteam darauf einlässt. Das macht einfach Freude und Lust auf mehr.

Andere Dinge hängen noch an irgendeiner Kante fest oder kommen nicht um die Ecke. Der Ganztagsbetrieb muss noch nachgebssert werden und der nach vielen Mühen und Stunden entstandene Stundenplan bedarf wegen eines Fehlers in der Sporthallenbelegung einer Neubearbeitung. Für die schulische Organisation sicher so etwas wie ein GAU (größter anzunehmender Unfall). Nützt aber nichts. Wie heißt es in dem Kinderbuch "Wir gehen heut auf Bärenjagd": "Da können wir nicht drüber, da können wir nicht drunter, da müssen wir mittend durch". Wohl war. Bin ich da zu gelassen? Irgendwo in mir drin gibt es Gen, eine Bremse, ein Hormon oder sonst was, welches die Aufregung über solche Sachen ganz klein hält. An Kreuzungen, an denen so viele Einzelheiten und Fakten zusammen öaufen, kann es immer wieder zu Unfällen kommen, das ist so, das wird auch so bleiben. Natürlich sind solche Dinger in hohem Maß ärgerlich und sollten nicht vorkommen. Aber, wie bei der Schulbuchausleihe, sie sind nun mal passiert und vorhanden. Das einzige, was jetzt hilft, ist doch Verbesserung und daraus lernen. Hektik, (laut) geäußerter Arger, Aussagen: "So was darf nicht vorkommen" helfen nicht. Gerne und fleißig arbeite ich an einer Fehlerbehebung, logisch, aber ich habe da ein (erweitertes?) Menschenbild und da wird nichts perfekt laufen. Große Systeme, die perfekt laufen, sind mir unheimlich, weil sie irgendwie inhuman sind. Also und überall: Ball flach halten und weiter spielen!

 

Montag, 08. August 2011:

Gefühlt, planerisch, bürokratisch hat das neue Schuljahr längst begonnen - heute nun der eigentliche Start gemeinsam mit den Hauptakteuren: den Schülern. Welche Entwicklung haben die in den sechs Wochen hinter sich gebracht, da haben wir zum Teil Kinder in die Ferien entlassen und Jugendliche kommen zurück!

Viel Hektik verbreitet die Schulbuchausleihe und mein Problem ist, dass dieses weite Feld nicht schnell abschließend bearbeitet werden kann. Geduld üben ist das einzige, was ich im Moment zusätzlich weitergeben kann, denn viele Menschen arbeiten fieberhaft an der Lösung, die aber ihre Zeit brauchen wird. I will do my best!

Ein Großereignis läuft nun auch in die finale Runde: Der Besuch der Young Americans. Während der Ferien gingen zwei Schreiben von angeschriebenen Sponsoren ein mit der Mitteilung, dass die gewünschte Summe nicht erbracht werden kann. "Wo eine Tür zuschlägt, geht irgendwo ein Fensterchen auf", so ein Spruch meines Großvaters. Zwei neue eventuelle Sponsoren sind angeschrieben. Schaun wir mal.

Bin heute Morgen dann zum Arzt. Eine Hornisse (mindestens) meinte, mich gestern im Wald über dem Ohr drangsalieren zu müssen. Gestern nur Schmerz, seit heute Morgen nun schwillt die Seite an und hat nun auch das Auge erreicht. "Nein, Atemnot habe ich keine", antwiortete ich auf die Frage der Ärztin, aber allergische Reaktion, volles Programm. Krankschreibung? Nein, morgen kommen die neuen Fünfer! Na, die werden schauen!

 

Freitag, 05. August 2011:

Immer, wenn ich diese Woche in Deidesheim war, sah ich das Zirkusprojekt wachsen: da fuhren Kinder mit Einrädern, wurde jongliert und balanciert...nur von unseren Kids hörte ich wenig. Immerhin so viel: alles liefe gut, die Schülerinnen und Schüler machten sich gut.

Nun sind wir also ein Kollegium mit vier Jahrgangsteams. Das war erstmals mein Eindruck heute Morgen bei der Dienstbesprechung, zwei Drittel des Gesamtkollegiums, wenn man Klasse zehn im Auge hat. Neu in diesem Jahr: Ich hatte die beiden verantwortlichen Frauen, die den Ganztagesbetrieb organisieren, eingeladen (da muss mehr Kontakt her). Hinzu kommen: eine junge Frau im Freiwilligen Sozialen Jahr und eine Pastoralreferentin, die mit zwei Stunden Religion bei uns sein wird. Eine richtig große und bunte Zusammensetzung. Mit viel Spannung wurden die neuen Kolleginnen und Kollegen aufgenommen, die sich heute schon prima einfanden. Alle Neuen wurden namentlich mit Schultüte begrüßt. Die Atmosphäre stimmte. Dann ging jedes Team an seine je eigenen Schwerpunkte: neues Fünferteam, die zwei neuen im Sechserteam, die Siebener müssen in Deidesheim einziehen, die achter müssen die Berufsorientierung hinbekommen. Das fing gut an und macht Lust auf mehr.

Ein weiterer, ganz eigener Höhepunkt: die erwähnte Galavorstellung im Zirkuszelt - ein Wahnsinn erster Güte. Das Ambiente: ein original Zweimast-Zirkuszelt mit all seinen Ketten, Tüchern, Scheinwerfern usw. Um die Manege herum weiß eingedeckte Tische im großen Rund. Und dann kamen sie, unsere "Jungköche", unsere "Restaurantfachleute", deckten uns, in klassisch schwarz-weiß gekleidet, mit dem von ihnen hergestellten Dreigängemenü ein, eine Vorstellung der besonderen Art. Nur, um ein Beispiel zu nennen: In Gruppen kamen sie aus der Schulmensa, jeder zwei Teller in Händen und stellten sich in Reih und Glied hinter den erwartungsvoll Sitzenden auf. Der/die am Kopfende nickte, erst dann wurden die Teller gemeinsam von rechts serviert, in einer Ernsthaftigkeit, als hinge ein Weltmeistertitel davon ab, aber spielend leicht eingeübt - die gleichen Kids, die ich das Jahr über kreischend auf dem Schulhof erlebe, durch Flure rennend und laut rufend - fügen sich hier zwanglos in ein Ritual, in eine Ordnung, freiwillig, während der Ferien und sind auch noch begeistert. Kann es ein besseres Projekt geben? Kann es einen gelungeneren Start in die Berufswelt geben? Und, die Krönung: Alle dürfen für das Betriebspraktikum wiederkommen, zwei würde man gar als Azubis ins Auge fassen. Ist das nicht ein Knaller am Beginn des neuen Schuljahres? Und: Es hat auch noch geschmeckt!! Freude und Stolz allenthalben, bei den Kids, bei deren Eltern, beim Jugendtreff und beim Schulleiter, der bis auf den Zeltaufbau nun gar keinen Anteil daran hat, aber dessen Schule nun schon wieder gewonnen hat. Danke euch allen!

 

Montag, 01. August 2011:

Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, bei der heutigen Eröffnung des Projektes anwesend zu sein und speziell unsere Schülerinnen und Schüler zu begrüßen. Die zogen dann mit ihren Betreuern ab in die Küche, dort wartete ja Arbewit auf sie. Zum ersten Mal sprach ich in einem echten Zirkuszelt und zog nicht ganz ernst gemeinte Parallelen zwischen dem Zirkus- und dem Schuldirektor. Hier wie dort muss alles klappen für die Vorstellung, müssen schon mal Raubtiere gezähmt werden, mancher Drahtseilakt ist vonnöten und hie und da hat man es auch schon mal mit Affen zu tun.

Der Stundenplan ist immer noch im Werden begriffen, die Schulbuchausleihe hakt noch an verschiedenen Punkten, auch baulich sind die Ferien nicht genutzt worden: In Wachenheim im Untergeschoss zeigen sich immer noch feuchte Flecken, keine Decken in Deidesheim und das dortige Außengelände ist immer noch im "Bauende-Zustand". Und schon sammle ich Punkte für die Tagesordnung der Dienstbesprechung am Freitag.

 

Sonntag, 31. Juli 2011:

Der Jugendtreff in Deidesheim führt im Rahmen seines Sommerprogramms wieder ein Zirkusprojekt durch. Neu in diesem Jahr ist eine Kooperation mit einem Deidesheimer Gastronomiebetrieb. 15 Schülerinnen und Schüler machen ein Praktikum und bereiten ein Dreigängemenü vor, das während einer Gala-Veranstaltung im Zirkuszelt kredenzt wird. Spannend ohne Ende und ich wollte natürlich die Schule dabei vertreten. Heute nun um zwölf kam der Zirkus-Lkw an. Ich sagte zu vorbeizukommen und zu schauen, ob mit den Schlüsseln alles geklappt hat, auch Hausmeister sind auch mal in wohlverdientem Urlaub. Als es nun darum ging, den Lkw auszuladen und das Zelt aufzubauen, ergriff mich die Faszination "Zirkus" und packte zunächst an, ich dachte so an eine Stunde. Und dann vergaß ich die Zeit, lud hier aus, knüpfte dort Bahnen (wie bei den Pfadfindern) zusammen, bediente den Seilzug für die Masten...und dann war es doch halb fünf, als ich heimkam. Tolle Erfahrung und Spaß pur!

 

Sommerferien 2011:

Einiges gilt es nachzutragen, es soll nicht verloren gehen. Ein stimmungsvolles Abschlussessen mit dem Schulelternbeirat, das so möglich war, weil wir gut und vertrauensvoll miteinander gearbeitet haben. Merci euch allen.

Bisher immer ein Höhepunkt des zu Ende gehenden Schuljahres; Die drei Tage Teamfindung mit dem neuen Team. In diesem Jahr stolperten diese Tage so vor such hin. Im Grunde waqr das Team nie auf einmal vollständig da, und noch immer fehlt das achte Mitglied. Die Personalplanung selbst gestaltete sich sehr zäh. Zunächst sah es danach aus, dass wir die acht Tutoren gar nicht zusammen bekommen. Noch selten war der Ausgang einer Landtagswahl so unmittelbar zu spüren. Dann wurde doch noch dies und jenes nachgeschoben, aber für den letzten Vertretungsvertrag suchte ich dann doch einige Ferientage. Moment, da bin ich ja unmittelbar in die Ferien gerutscht. Das neue Team "Gustav Grumbeer" macht einen munteren Eindruck, ist voll motiviert und wird unsere "Idee einer IGS" sicher weitertragen. Was da schon an Ideen aufkam, toll!

In seiner Art einmalig der letzte Schultag. Zunächst früh um acht der besinnliche Jahresrückblick der Jahrgänge 5 und 6 ins Wachenheim in der protestantischen Kirche St. Georg. Der schöne Raum mit seiner, durch viel Holz warmen Atmosphäre gehört ja fast schon zur IGS dazu. Und die besinnliche Stunde ist nun auch in den fünften Jahrgang eingezogen, das Singen gehört eh zum festen Bestandteil bei uns (Im Gegensatz zur Eröffnung spielte ich auch wieder Gitarre). Wir mussten dann die Kirche schnell räumen, denn die Grundschule wartete schon. Von der Zeugnisausgabe und den Tutorenstunden habe ich dann nichts mitbekommen, mein Weg führte nach Deidesheim in die katholische Kirche zum besinnlichen Jahresabschluss der Siebener. Auch diese Kirche schön und altehrwürdiges Gemäuer mit eben der von mir geliebten Atmosphäre. Ich war etwas zu früh dort, so dass ich einige Zeit allein für mich hatte, um in dem Raum und der neuen Stunde anzukommen. Gänsehaut dann, als die Schülerinnen und Schüler ankamen, trotz einigem Gepolter sich in die Bänke setzten und durch mein Gitarrenspiel zu Ruhe führen ließen - bewegend! So war ich denn der Verbindungspunkt zwischen den Jahrgängen, brachte Grüße von "den Kleinen" mit und war nun in Deidesheim anwesend, als gehörte ich wie selbstverständlich hierher. Als einige Bilder das vergangene Schuljahr in den Blick nahmen, unterbrach Pfarrer Braun meine Vorstellung bei den Stolpersteinen. Just die Familie, deren Erinnerung durch zwei Steine am Leben erhalten werden soll, hatten, so hörten wir nun, der katholischen Gemeinde eine Marienstatue geschenkt. Ich konnte meine Gefühle in diesem Augenblick nicht einschätzen: Der ganze Holocaust war im Raum, die Erinnerung an die ermordete Deidesheimer Familie, auch durch SchülerInnen unserer Schule wachgehalten durch die Stolpersteine und nun stand ich, unvermittelt und ohne Wissen, genau unter eben der gestifteten Marienstatue im Jahre 2011 im Gottesdienst unserer Schule...

Viel Zeit hatte ich nicht, mir die Statue danach noch genauer anzusehen. Um halb zwölf hatte ich zu einer Dienstbesprechung nach Wachenheim geladen. So jung unsere Schule auch ist: Es galt vier KollegInnen, die ein bzw. zwei Jahre bei uns gearbeitet hatten, zu verabschieden. Auch das ein Novum für mich. Ich hoffe, die Professionalität gehabt zu haben, die emotionale Seite dieser Veranstaltung nicht in den Mittelpunkt gestellt zu haben. Tränen gab es, herzliche Umarmungen und gute Wünsche.

Und dann: Das leere, stille, verlassene Schulgebäude als ich noch aufräumte. Immer wieder ein krasser Schnitt, der aber auch so unendlich gut tut nach all den Aufregungen und Begebenheiten eines Schuljahres. Ich stellte mich dann ans Flurfenster und ließ, den einsamen, langen Schlauch auf mich wirken und verabschiedete das dritte Jahr IGS in die Ferien. Da bin ich dann vermutlich wieder zu sehr Katholik und gestalte solche Momente bewusst als sie nur verstreichend wahrzunehmen.

Die beiden Wochen bis zum privaten Urlaub vergingen rasch mit Personalplanung. Immerhin galt es, noch die achte Tutorin zu finden. Zwei Besuche bei der Schulaufsicht brachten Namen und Kontaktdaten ein, aber noch noch keine Zusage. Diese hatte aber sowohl Auswirkungen auf die Unterrichtsverteilung (Wer übernimmt in welchem Jahrgang welches Fach/welchen Kurs?) als auch, davon ja abhängig, auf den Stundenplan. Zudem stockte das Land nochmals Stunden auf, so dass wir nun am Ende gut ausgestattet sind, keine Stunde wird ausfallen.

Bleibt, bevor ich das Schuljahr 2011/2012 eröffne, ein Rückblick zu formulieren nach drei Jahren IGS und einem Jahr Standort Deidesheim. Konzeptionell sind wir weiter unseren Weg gegangen, einige Punkte haben wir vorangebracht, andere, symbolhaft an den immer noch offenen Flurdecken in Deidesheim zu sehen, sind Baustelle geblieben und harren des Fortschritts. Insgesamt ist die Eröffnung des zweiten Standortes zwar gelungen, aber es hat doch mehr Schwierigkeiten gegeben und mehr Kraft gekostet als ich es erwartet hatte. Das neue Schuljahr mit dann zwei Jahrgängen an beiden Standorten, wird da vielleicht mehr Normalität bringen. Tolle Arbeit eines anspornenden Kollegiums, viele wunderschöne und ergreifende Begegnungen mit und durch unsere Schülerinnen und Schüler - und also ein sattes Schuljahr, so überreich an schönen Augenblicken, so prall mit Leben gefüllt und wieder und immer noch der Erkenntnis: Ja, ich bin gerne Lehrer (und nun auch noch gerne Schulleiter).

 

Mittwoch, 22. Juni 2011:

Was für ein Schuljahresende liegt da hinter uns/mir! Jedes Jahr kommt da Hektik auf, das liegt in der Natur von nicht veränderbaren Terminen wie etwa der Zeugnisausgabe. Da ist nicht zu schieben, zu dehnen, das muss "fluppen". Kommt dann noch eine Personalplanung hinzu, die durch Landesvorgaben derart erschwert wird, die erste Bücherrückgabe und...und..., dann erfahre, dass die Absicht dieses Tagebuches in Gefahr gerät zu scheitern. Von Herausschreiben habe ich da geschrieben, von den Kopf leer bekommen. Was aber, wenn beim Aufwachen, bevor der Wecker klingelt, schon Gedanken an den Tag und seine Termine sich in den Vordergrund schieben und die Abende einfach keine Energie mehr bereit halten, überhaupt etwas zu schreiben? Wenn sich alles häuft und türmt und terminlich definiert? Vielleicht mach ich da etwas falsch, jedenfalls erlebte ich dieses Schuljahresende als das anstrengendste bisher. Da ist ein reflektierteres Zeitmanagement, so die moderne Lesart, vonnöten. Ich habe wohl ein Jahr Zeit, dieses für mich/uns zu entwickeln. Daher also auch die unüblich große Lücke von über zwei Wochen. Einige Dinge will ich dennoch festhalten und werde sie nach und nach, so wie ich sie erinnere, notieren.

 

 

Freitag, 03. Juni 2011:

Heute erreichte mich eine SMS: "Bin seit gestern in cuisery. Zum Empfang hingen große Fotos von unseren Hühner-Plakaten und den Schülern aus. Einfach schön." Also, noch ein unerwarteter Nachschlag zum letztjährigen Wettbewerb des Deutsch-Französischen-Freundeskreises.

Ansonsten ärgerte ich mich gestern: Sah ich wieder mal und immer noch in einem Fernsehbericht über Christi Himmelfahrt eine Jesusstatue, die in den Chorraum hochgezogen wurde. Es mag ja sein, dass der Mensch an sich einfache Reduzierungen benötigt, mag auch sein, dass bildlich vor Augen geführte Aktionen besser haften bleiben - aber es bleibt doch die große Gefahr, dass biblische Erzählungen nach wie vor als Tatsachenberichte aufgefasst werden. Nein, für mich bleibt ein solches Spektakel ein den aufgeklärten Verstand beleidigender Unfug. Selbst wenn wir nicht wüssten, dass über den Wolken nicht der Himmel beginnt sondern das unendliche, nicht fassbare All, dürften wir nicht diese einfache und  triviale Vorstellung befördern, als sei damals ein Jesus von Nazareth, einem Heißluftballon ähnlich, nach oben gestiegen. Zum einen ist diese Aufnahme in den Himmel bei weitem biblisch nicht singulär vertreten, schon gar nicht, wenn man den lohenden Blick in die anderen Religionen weitet. Ist nicht der Prophet Mohammed mit seinem Pferd in den Himmel geritten? Ist Quetzalkoatl, ein Gott bei den Inkas, am Ende seines Lebens erhöht worden? Das Motiv ist weltweit und unabhängig so verbreitet, dass man ohne Weiteres von einem archtypischen Bild sprechen kann. Wenn von einigen wenigen Menschen so viel Heil ausgeht, dass man sich die Rettung der Welt durch sie vorstellt (oder erfährt, oder glaubt, oder erwartet), dann können sie doch nicht auf die Welt kommen wie jeder andere, wie ich und du, die doch die Welt nicht retten können. Es muss etwas Besonderes sein, WIE sie auf die Welt kommen (siehe meine Einträge zu Weihnachten). Und ebenfalls können sie doch nicht, wie jeder von uns, am Ende "einfach" nur begraben werden. So wie der Beginn, muss auch ihr Ende etwas Besonderes mit sich bringen, muss den Unterschied deutlich machen, muss uns Endlichen dabei helfen, eben diese Endlichkeit in jedem unserer Leben erträglich zu machen. Das sagt Christi Himmelfahrt aus, das ist mit dem Ritt Mohammeds in den Himmel gemeint, das ist die eigentliche Botschaft solcher Motive. Ich kramte ein Zitat von Eugen Drewermann aus. Freilich, er hat damals auch die Lehrerlaubnis durch den jetzigen Papst entzogen bekommen, dennoch verdanke  ich diesem Theologen im Grunde den Abschluss meines Theologiestudiums. Hätte ich seine Verknüpfung von Theologie und Tiefenpsychologie damals nicht kennen gelernt, ich hätt