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Forscherprojekt

Am Mittwoch, dem 25.04. fand in der Kreisverwaltung Bad Dürkheim die Eröffnung der Schülerausstellung "Der Mondforscher Philipp Fauth" statt. Nach einer erfrischenden Rede von Herrn Freunscht, der als Vertreter der Landrätin gekommen war, hielt Herr Dr. Boudier vom Arbeitskreis Astronomie der Pollichia einen anregenden Vortrag zu Person und Werk Fauths. Im Anschluss daran erläuterte Georg Dumont, wie es zu dem Schulprojekt kam. Ganz unbeteiligt war er wie immer nicht (siehe: Eintrag im Schulleiters Tagebuch vom 25. April 2012). Letztlich fanden sich sieben Schülerinnen und Schüler, die eine Forscher-AG bildeten und sich auf sehr unterschiedliche Weise dem Thema "Philipp Fauth" annäherten. Ein Produkt der AG war ein Kurzfilm zum Projektverlauf, der auf die Worte Georg Dumonts folgte. Umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung von der IGS-Schulband, die alle Anwesenden von ihrem Talent beeindruckte. 

 

Auftakt der Ausstellungseröffnung durch die IGS Schulband und die Begrüßungrede von Herrn Freunscht

 

Vortrag zu Philipp Fauth durch Herrn Dr. Boudier (Bildhintergrund: Verortung des Geburtshauses Fauths in Bad Dürkheim) und Georg Dumont (Bildhintergrund: Philipp Fauth) 

 

Markus Bender mit der IGS Schulband (Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 7/8)

 

 

Herr Freunscht im Gespräch mit Herrn Dr. Boudier und Isabel Lübke und Gruppenfoto mit Lorenz Kirsch, Jennifer Karwat, Dorothee Fußer, Daniel Maas und Georg Dumont (u.R.v.l.n.r.) und Isabel Lübke, Herrn Freunscht, Jonathan Günter, Alexander Rutschmaritsch, Dr. Frank Laska und Herrn Dr. Boudier (o.R.v.l.n.r.).

 

Weitere Infos zum Projekt (zusammengestellt von den Schülern der Projektgruppe) Geschichte erleben – mit Philipp Fauth zum History Award Über die Grenzen – so lautete das Thema des bundesweiten History Awards 2011, der jedes Jahr von P.M.History, dem Geschichtssender History und Focus-Schule verliehen wird. Der Geschichtswettbewerb richtet sich an Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen und aller Schultypen und steht unter prominenter Schirmherrschaft. 2011 wurde der Preis von Auma Obama, der Schwester des U.S. Präsidenten Barack Obama in München verliehen. Zum dritten Mal in Folge nahmen auch Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule Deidesheim-Wachenheim an dem Wettbewerb teil und konnten jedes Mal mit ihren Beiträgen beeindruckende vordere Plätze belegen. Die Aufgabenstellung der Wettbewerbe umfasst auch die Aufbereitung des Themas in Form eines Videos. Den Filmbeitrag der Schüler der IGS Deidesheim/Wachenheim über den Naturforscher Philipp Fauth kann man sich im Internet unter http://www.history-award.de/index.php?id=47 anschauen. „Grenzen überwinden“ Der Naturforscher Philipp Fauth Wir sind sieben SchülerInnen der Gesamtschule Deidesheim-Wachenheim, die sich im Rahmen der AG „Forscher“ intensiv mit den Naturforscher Philipp Fauth beschäftigt haben. Zunächst überlegten wir, welche Bedeutung das Wort „Grenzen“ für uns hat. Was sind Grenzen? Dies ist eine einfache Frage, die nur schwer zu beantworten ist. Wir haben festgestellt, dass es verschiedene Arten von Grenzen gibt, zum Beispiel geografische und kulturelle Grenzen zwischen Ländern und Städten sowie soziale und sprachliche Grenzen innerhalb der Gesellschaft. Grenzen definieren ein Gebiet und sie grenzen ein Gebiet von einem anderen ab. Nach reiflicher Überlegung einigten wir uns darauf, dass wir als „Grenz“- Thema uns den Grenzen der Wissenschaften widmen wollten. Zunächst suchten wir nach einem in unserer Region bekannten Wissenschaftler. Von Herrn Dr. Laska, unserem projektbegleitenden Lehrer, erhielten wir den Tipp, dass wir uns dem Leben und Wirken des pfälzischen Naturforschers Philipp Fauth (1867-1941) widmen könnten. In Fauths Geburtsstadt Bad Dürkheim suchten wir nach Hinweisen und fanden dort eine nach ihm benannte Straße. Im Stadtarchiv konnten wir nach intensiver Suche einige interessante Archivalien entdecken. Aus Briefen, Zeitungsartikeln und naturwissenschaftlichen Aufsätzen erfuhren wir, dass Philipp Fauth von Beruf Volksschullehrer war, sich an der Planung und am Bau zahlreicher Sternwarten beteiligte, Beobachtungsgeräte konstruierte, einen Globus im Maßstab 1: 10 000 000 baute, eine Theorie zur Entstehung des Kosmos verbreitete und aufgrund eigener Mondbeobachtungen eine fast detailgetreue Mondkarte zeichnete und veröffentlichte. Die Mondkarte sollte sich im Dürkheimer Pfalzmuseum für Naturkunde befinden. In diesem Museum haben wir uns mit dem Spezialisten Herrn Dr. Jürgen Boudier getroffen, der sich seit längerer Zeit mit Fauths Leben beschäftigt. Gemeinsam mit ihm untersuchten wir Fauths Mondkarte, die aus ungefähr 25 Einzelteilen besteht. Erstaunt waren wir über die vielen Detailzeichnungen. Neu war uns der Begriff der Glacialkosmogonie (Hagelbildung), worüber Fauth ein Buch veröffentlichte. Diese Theorie fand zwar viele Anhänger, wurde aber bereits zu Lebzeiten Fauths widerlegt. Eine Schattenseite seines Wirkens bildete die Zusammenarbeit mit dem Ahnenerbe der NSDAP. Von dieser Vereinigung soll er sogar den Titel eines Professors erhalten haben. Unbestritten bleiben seine Leistungen in der Kartografie des Mondes. Er war ein Grenzgänger der Wissenschaft und kam wohl selbst oft an seine persönlichen Grenzen. Unser Forscherprojekt schlossen wir mit einem Interview zu Philipp Fauth in der Bad Dürkheimer Innenstadt ab. Wir mussten feststellen, dass er nur ganz wenigen Leuten bekannt war. Meistens kannte man nur die nach ihm benannte Philipp-Fauth-Straße. Abschließend lässt sich anmerken, dass wir Philipp Fauth als Genie und Fantast kennengelernt haben.