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Jan bis Feb 2015

 

Freitag, 26. Februar 2015:

Vielleicht zum letzten Mal habe ich die Fachkonferenzleiter/-innen zu einer Haushalts-Sitzung eingeladen, denn ich hege die Vorstellung, dass diesen Bereich der stellvertretende Schulleiter übernehmen wird. Das Auswahlverfahren startet ja demnächst. Es gibt da auch andere Modelle, wie ich sie derzeit handhabe. Die Mittel, die zur Verfügung stehen, werden anteilig verteilt, es sei denn, eine Fachkonferenz hat etwas Besonderes vor und benötigt mehr Geld. Im freien Aushandeln wird dann festgelegt, wer wieviel Budget bekommt. Zumindest von einer Schule weiß ich, dass es Budget nur auf Antrag gibt. Es wird sich zeigen, wohin „unser Weg“ uns führt.

Schon öfter erwähnt: das so genannte „Pädagogisches Kaffeetrinken“ der IGS-Schulleiter der Region, das heute hauptsächlich dem Austausch über das Aufnahmeverfahren in Jahrgang 5 und in die Oberstufe diente. Natürlich kommen Dutzende andere Fragen auf den Tisch, immer wieder dabei: die Zuweisung von  Stunden für Förderlehrkräfte als Schwerpunktschule. Heuer führte uns der Weg an die IGS in Worms. Auch diese IGS ist seit Jahren

“baugeplagt“. Aber immerhin stehen auf dem Gelände Container der feinen  Art, ganz anders als unser derzeitiger in Deidesheim. Fast könnte ich ihn als „schön“ bezeichnen, in blau-grauem Ton gehalten mit geschmackvollen Fensterrahmen – aber da werden wieder die Kosten den Ton angeben und noch niemand hat eine Aussage darüber getroffen, wie der ganze Bau bei uns bei laufendem Betrieb organisiert werden soll. Nochmal und immer noch und immer wieder: Schauen wir mal! Jedenfalls ist unsere Situation nicht singulär, denn die IGS in Worms ist im selben Jahr gegründet worden wie wir – und ist auch immer noch nicht fertig.

 

Mittwoch, 25. Februar

In letzter Zeit kamen immer wieder Kritik und Unzufriedenheit der Elftklässler bei mir an. Sie fangen da aber auch an einem Zeitpunkt ihre Oberstufe an, den ich nicht unbedingt als geeignet bezeichnen kann: Das Gebäude ist noch nicht „oberstufenreif“, Aufenthaltsräume fehlen, Internetanschlüsse zur Recherche sind Mangelware und der bestellte Container ist auch noch nicht da. Hinzu kommen „lückenhafte“ Stundenpläne. Als wir die Profile konzipierten wurde  wir lobend beraten, dass diese ausreichende Wahlmöglichkeiten bieten. Hinzu kommen die letztjährigen Neueinstellungen lediglich im gymnasialen Bereich, was als „Oberstufenschule“ durchaus verständlich ist. Der Unterrichtseinsatz am bekannten Doppelstandort ist ein weiteres Thema. Alles zusammen betrachtet, führte zu den Stundenplänen, wie sie sind. Auf der anderen Seite ist eine Oberstufe „nur“ eine Oberstufe und keine „Sonderstufe“. Da ecken wir derzeit mit dem Selbstverständnis einiger (oder vieler?) Schüler/-innen an. Aus der Möglichkeit, dass Schüler/-innen der Oberstufe das Schulgelände verlassen dürfen, mag sich das Bedürfnis nach weiteren Sonderregelungen ableiten (Pausen im Klassenzimmer verbringen, vor Unterrichtsbeginn ins Gebäude dürfen u.ä.). So scheinen einige einen Verantwortlichen gefunden zu haben: den uneinsichtigen Schulleiter! Nach einer Reihe von Infos über die Tutor/-innen und die MSS-Leitung hegte ich den Wunsch, direkt ins Gespräch zu kommen und lud heute für ein Stufentreffen Jahrgang 11 ein. Ich glaube, ich habe meine deeskalierende Absicht nicht verdeutlichen können, auch meine Angebote als  Übergangsregelung fanden nur wenig Gehör. Auf der anderen Seite kann ich Aussagen: „Verantwortung will hier keiner übernehmen!“ als wenig hilfreich. Mir leuchtet aber auch schlichtweg nicht ein, dass die Elfer bei anscheinend gefühlter „Eiseskälte“ (in einem milden Winter) in die Klassenräume dürfen sollen, während die Fünftklässler, die zahlreicher und zum Teil noch früher auf dem Schulgelände sind, wie selbstverständlich draußen warten sollen. Mit dem ungutem Gefühl, dass dieses Treffen nichts zur Versachlichung beigetragen hat, verließ ich den Raum. Weitere Gespräche (in kleinerem Kreis) müssen nun folgen.

Diese „Altlast“ schleppte ich mit in das Bau jour fixe, das heute an der Schule stattfand. Die alten Rippen-Decken müssen auf F90 (Feuerbeständigkeit bis 90 Minuten) aufgerüstet werden, wegen des Brandüberschlages muss nochmal der Brandschutz ran, die Schulaufsicht hat den geplanten Raumplan soweit genehmigt. Wichtig ist dies für die Bezuschussung aller geplanten Quadratmeter. Da tauchte (für mich plötzlich) die Aufhängung der Fassade auf. Aus energetischen Gründen soll das Gebäude eine „vorgehängte Fassade“ erhalten. Wenn die alte stabil genug ist, diese zu tragen, haben wir kein Problem. Aber ist sie das auch? Da keine Pläne existieren, wie die aktuellen Betonplatten an den Trägern befestigt sind, hilft nur: Rausschneiden  und nachschauen. Vielleicht genügt auch eine kleinere „Gebäudeöffnung“.

Das Konzept der Nawi-Räume steht noch nicht endgültig. Dazu wurden heute die regionalen Fachberater eingeladen, die mit ihrem jeweiligen Sachverstand auf die Planungen schauten. „Wo soll der Tresor für radioaktive Stoffe hin?“ Wie bitte? Aber ja, für die Oberstufe ist das ein gängiges Thema. Wieder dazugelernt. Am Ende hatten wir die Lage der Räume festgezurrt: Physik bleibt, wo sie ist, Chemie und Biologie liegen sich gegenüber, so dass sich sinnvolle Synergieeffekte ergeben können. Am Ende waren es dann sieben Stunden, die ich mit „Bau-Geschichten“ zubrachte. Die notwendigen Unterschriften der MSS-Zusagen mussten irgendwie dazwischen aufs Papier. Das hat dann auch noch geklappt.

 

Dienstag, 24. Februar 2015:

Eine überregionale Veranstaltung an der Schule zu haben, ist immer eine tolle Sache. Sie bietet die Möglichkeit, über den Tellerrand zu blicken – was im heutigen Fall sogar zu Zufriedenheit mit der eigenen Schule geführt hat. Geladen hatten zwei Lehrerverbände, die mit Fachleuten über die beiden Themen „Teamsitzung“ und „Teilzeitkräfte“ informierten. Beim ersteren, das bei uns im Kollegium auch schon zu Diskussionen führte, hatte ich aber den Eindruck: Da sind wir besser aufgestellt, denn Teamsitzungen in solch großen Abständen und dann nicht in erster Linie für pädagogische Fragen, scheint mir nun gar keine Alternative zu sein. Trotz aller Arbeitsbelastung verfügen wir darin über ein anderes Verständnis. Klar, die Vorschläge hinsichtlich klarer Aufgabenbeschreibung und Rollenverständnis sollten wir aufgreifen, das könnte unseren Sitzungen bestimmt gut tun. Zum Thema Teilzeitkräfte gab es ebenfalls wenig Neues. Die Vorschläge, die heute vorgestellt wurden, setzen wir bereits um. Dennoch war es ein anregender Nachmittag, denn manchmal ist der Tellerrand im Alltag zu breit, um über ihn hinauszuschauen.

 

Freitag, 20. Februar 2015:

Das war ja wie früher: ein Jahrgang, Assembly und ich allein dabei. Ein Nachholspiel im Fritz-Walter-Cup war der Grund dafür. „Komm doch in der Pause mal kurz rüber – die Jungs würde das sehr gut tun!“. Also verbrachte ich diese Pause in der Turnhalle, zum Glück, denn als ich die Hallentür öffnete, fiel das lange ersehnte 1:1. Und nicht nur das: unsere Jungs fühlten sich anscheinend so angestachelt, dass es am Ende 3:1 für die Heimmannschaft stand. Ein glücklicher Vormittag also: Zuerst der gut vorbereitete Talentwettbewerb (Allein drei Gruppen führten den Cup-Song aus dem Musikunterricht vor), dann der Schulleiter als Glücksbringer für die kickenden Jungs. Das hat man nicht alle Tage!

 

Montag, 15. Februar 2015:

Die nächste Anmelderunde hat begonnen: Seit heute können sich externe Schüler/-innen, die mit dem Halbjahreszeugnis eine vorläufige Berechtigung zum Besuch einer Oberstufe erhalten haben, bei uns für den zweiten MSS-Jahrgang anmelden. Andres als im vergangenen Jahr haben wir dazu Anmeldetermine vergeben, damit sich der Flur nicht wieder Schlangen bilden, die nur langsam „abgearbeitet“ werden konnten, während in anderen Zeiträumen im Flur „die große Leere“ herrschte. Dennoch habe ich mich heute Morgen als Puffer eingetragen. Wir wussten ja nicht genau, wie sich diese Regelung einspielen würde – ich wurde aber nicht benötigt. Die 51 Schüler/-innen aus dem eigenen Haus sind schon vorab angemeldet gewesen und sind bereits in der Datei angelegt. Damit haben sich die Gerüchte, dass die Oberstufe bei uns unangemessen schwer sei, verflüchtigt.

 

Dienstag 10. Februar 2015:

Die heutige Gesamtkonferenz beschloss nahezu einstimmig, dass wir das pädagogische Konzept der Schule durch eine Bandklasse erweitern. Was für ein Weg liegt zwischen der ersten 1stClassRock-AG zu diesem Beschluss. Dass ich daran mitwirken durfte, ist ein besonderer Genuss und wenn ich die Bandklasse oder die Bandstarter-AG bei Auftritten erleben darf, spüre ich, dass dies eine ganz tolle Sache ist. Die überzeugende Mehrheit ist sicherlich ein gutes Zeichen für ein neues Konzeptmerkmal, dem der Schulausschuss noch zustimmen muss.

Für den Differenzierungsraum im Erdgeschoss hat sich ein neuer Name entwickelt. Dort liegt seit Bauende 2010 ein kleiner Hügel mit Erdaushub. In einer Deutschklasse wird derzeit das Jugendbuch von Loius Sachar „Löcher – Die Geheimnisse von Green Lake“ gelesen, das von einem amerikanischen Camp für straffällig gewordene Jugendliche erzählt, die in einem ausgetrockneten Flussbett Löcher graben müssen. Sie sind fünf Fuß tief und haben einen Durchmesser von fünf Fuß. Auf die Frage hin, wie groß diese Löcher denn nun seien, kam die faszinierende Idee auf, draußen auf dem Erdhügel ein genau so großes Loch zu graben. Nun sieht der Hügel aus wie ein erloschener Vulkan. Immer wieder wurde ich seither darauf angesprochen, so dass der benachbarte Raum jetzt zum „Diffraum am Vulkan“ geworden ist.

 

Freitag 06. Februar

Das Losverfahren ging gestern „über die Bühne“, heute schon Post raus, denn die Angemeldeten warten ja sehnsüchtig auf Nachricht von uns. Bereits jetzt kann ich sagen: Die IGS Deidesheim/Wachenheim steht auch in dieser achten Anmelderunde gut da. Die Anmeldezahl ist stabil auf hohem Niveau, aus allen Töpfen konnte (aus Sicht der Schule) oder musste (aus Sicht der Kinder und Eltern) gelost werden. Dennoch ist die Situation nicht mehr so angespannt: 68 % der Anmeldungen konnte ein Schulplatz zugesagt werden. Dennoch erwarte ich ab Montag die ersten traurigen Anrufe und ab Dienstag sicherlich wieder schriftlich eingelegte Widersprüche.

Im neuen Schuljahr soll ein neuer Caterer bei uns das Mittagessen liefern. Der Vorteil dabei: Das Essen wird jeden Morgen frisch gekocht, dafür werden Zutaten aus der Region verwendet und gleichzeitig ist daran gedacht, ein Schülerkiosk zu einzurichten, das nicht nur während der Pausen geöffnet sein wird. Vor allem die Oberstufe wird das angesichts der vielen Freistunden erfreuen. In einer benachbarten Schule in Haßloch ist vom Schulträger eine geeignete Küche eingerichtet worden, die bereits für zwei Schulen das Mittagessen liefert. Die Kapazität ist noch nicht ausgeschöpft, so dass wir uns da gut „dranhängen“ können. Nur: Wie kommt das Essen nach Deidesheim? Dazu gab es heute ein Vorgespräch, das wohl zu einer zusätzlichen Kooperation führen wird. Das Deutsche Rote Kreuz aus Haßloch könnte für einen zusätzlichen, von der Essenszahl abhängigen Obolus den Transport übernehmen. Notwendig dazu ist ein zusätzlicher Anhänger. Der könnte wiederum entweder über Werbung finanziert oder über den Förderverein angeschafft werden. Das hört sich alles gut an und ich denke, das bekommen wir hin. Eine zusätzliche Idee für die Anschaffung des Anhängers ist ein „Spendenlauf für gutes Essen“. Die Schule hat schon so viel Spenden für Notleidende zusammen gebracht, da könnte erstmals auch ein Spendenlauf in eigener Sache drin sein. Schauen wir mal.

 

Mittwoch 04. Februar 2015:

Großes Bau-Jour fixe in der Kreisverwaltung: Erstmals wurde mir der Ablauf erschreckend klar. In vier „Steps“ (nicht Schritte oder Abschnitte!) lagen Pläne vor uns auf dem Tisch. Erst soll es „klein“ losgehen, fast ohne Container, bevor die Verwaltung abgerissen und neugebaut und Haus A saniert bzw. aufgestockt wird. Da die Baustelle ab dann im jetzigen Schulhof errichtet werden soll, muss bis dorthin der hintere Hof, der seit Jahren brach liegt, als Hof gestaltet sein. Daran schließen sich Neubau und Sanierung an – der Knackpunkt des ganzen Unternehmens, denn dann müssen quasi alle (!) Klassen in Container umziehen, eine logistische Meisterleistung muss da her! Wie das im laufenden Betrieb funktionieren soll, weiß ich gar nicht. Aber wir waren und sind ja viel gewöhnt und haben bisher noch alles gestemmt. Allerdings habe ich begonnen, mich von meinem erst vor einem halben Jahr bezogenen Büro zu verabschieden. In der Bauzeit beziehe ich dann als sechstes Büro meiner Schulleiterzeit ebenfalls in einen Container, bevor das siebte dann das endgültige sein wird. Ich kann‘s kaum glauben!

Nach drei Anmeldetagen war heute Nachmittag so etwas wie „Anmeldepause“, die letzten Eltern für Jahrgang 5 waren da, auf den letzten Drücker sozusagen. Aber wie habe ich mal auf einer Spruchkarte gelesen: „Gäbe es das ‚In letzter Minute‘ nicht, blieben viele Dinge unerledigt“. Angesichts des ruhigeren Nachmittags haben wir schon mal die Datei für das morgige Losverfahren bestückt und kontrolliert. Was wäre das für ein Schicksal, wenn ein/e angemeldete/r Schüler/in „durch die Lappen“ ging und am Losverfahren nicht teilnähme.  

 

Mittwoch 28. Januar

Ich stolpere derzeit  von einem Gesprächstermin in den nächsten. So ähnlich müssen sich Ärzte fühlen, wenn sie aufgrund der Krankenakte einen Patienten nach dem anderen empfangen und untersuchen müssen. Bei mir sind es keine Patienten sondern andere Gesprächsanlässe wie die Vorstellung für Funktionsstelle und wegen eines Versetzungswunsches zu uns, Schülervertreter wollen den Vertretungsplan online einsehen können, das Jugendamt steht noch im Kalender und hinzu kommen die vielen „Tür und Angelgespräche“, die ungeplant einfach stattfinden und auch müssen und sollen. Allerdings melde ich den Gesprächseinstieg: „Gut dass ich dich gerade sehe“ zum Zitronenpreis für Satzanfänge an. Variationen wären: „Georg, wenn du gerade hier bist…“ oder „Ich war schon dreimal hier und immer war die Tür zu“. Die inzwischen achte Anmelderunde steht an. Da ist es sehr von Vorteil, dass wir in gewissem Maße auf Bewährtes oder Eingeübtes zurückgreifen können, aber in jedem Jahr kommt eine Besonderheit auf dem Anmeldeformular hinzu, anderes können wir getrost streichen, weil es sich nicht bewährt hat.

 

Donnerstag 22. Januar 2105:

Die heutige Veranstaltung nennt sich „Übergabekonferenz“. Es nehmen die beiden Grundschulen als Schwerpunktschulen teil und überlegen gemeinsam mit den beiden Gesamtschulen des Landkreises, welche Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an welche Schule gehen sollen. Da herrscht noch viel Unklarheit und muss noch so manches besprochen werden, bis der neue Jahrgang an beiden Schulen „steht“. Aber ich fühle mich wohl dabei, wie breit über die Kinder gesprochen wird und was dabei alles Erwähnung findet – mit anderen Worten: Pädagogik pur.

 

Montag 19. Januar 2015:

Des einen Leid ist des andern Freude – eine Kollegin, die einen Vertretungsvertrag bei uns abgeschlossen hatte, muss gehen, weil dieser befristet war. Dafür kann eine zusätzliche Planstelle besetzt werden, mit denselben Fächern. Wer sich da nicht auskennt in der unpädagogischen Bürokratie, wird das nicht verstehen. Aber die Vorgabe ist: Neueinstellungen an IGSn mit Oberstufe dürfen nur mit gymnasialem Lehramt erfolgen. Da an IGSn alle Lehrämter unterrichten, ist dies eine der Besonderheiten. Immer wieder erstaunlich ist es dabei für mich, dass die nach Lehrämtern gemischten Teams mit unterschiedlichem Deputat und unterschiedlichen Besoldungsgruppen (bisher) ohne Murren genau dieselbe Arbeit verrichten. Da schlägt das Beamtenrecht mit seinen engen Bestimmungen „voll zu“ und wird wohl auch nicht wegen der Situation an Gesamtschulen geändert werden. So erhalte ich Briefe der Solidarität mit der Kollegin und Bitten, sie nicht zu „entlassen“. Das ist schön zu erleben und freut mich für die Kollegin – ändern kann ich es leider nicht. Da mögen Schulleiter in ihrer Arbeit einen gewissen Spielraum haben, so oder anders in der Organisation zu entscheiden, wenn es ums Personal geht, sind auch sie eher in der Situation der Hilflosen, die an geltendes Recht gebunden sind.

Am Standort Wachenheim fanden hintereinander zwei Assemblys statt, eines für den Jahrgang „Pia Pilz“, eines für die „Kalle Keschde“: Das verbindende Thema waren Krieg und Terror des „Islamischen Staates“: Ein solch brisantes Thema bedarf unbedingt der Differenzierung zumal die zweite Runde im Wettbewerb „Trialog der Kulturen“ läuft. Es muss auch den jungen Schüler/-innen verdeutlicht werden, dass dies nichts mit der Religion des Islam zu tun hat, was da täglich an Schrecken durch die Nachrichten rauscht.

 

Dienstag 13. Januar 2015:

Eine erste Elterngesprächsrunde traf sich heute in meinem Büro, der Termin war noch vor Weihnachten ausgemacht worden. Solche Runden kommen nicht zusammen, um von Zufriedenheit und Glück zu künden sondern von Problemen. Wir vereinbarten einen zusätzlichen Elternabend einzuschieben, damit alle Eltern sich äußern können. Es schloss sich eine Besprechung mit den Schulsanitätern an. Ich finde es nach wie vor prima, dass wir einen solchen Dienst an der Schule haben, bzw. dass Schüler/-innen die Ausbildung gemacht haben und sich engagieren. Allerdings müssen wir uns auf Wege des Vorgehens einigen. Was dürfen die Schüler/-innen tun, was nicht? Und vor allem: Wer alarmiert den Rettungswagen? Hier entstehen sehr schnell Kosten, die hinterher niemand übernehmen will. Mir ist auch zumindest ein Fall bekannt, da fuhren drei Rettungswagen die Schule an, weil dreimal von unterschiedlichen Personen, natürlich in bester Absicht, alarmiert wurde. Man stelle sich vor, bei einem Sportunfall würde auch noch ein Rettungshubschrauber einschweben… Auch hier sind weitere Klärungen notwendig und vor allem: Wenn ein Schulsanitätsdienst installiert ist, muss als erstes der Eindruck von Zuverlässigkeit wachsen. Lücken im „Dienstplan“, Unzuverlässigkeit und Nichterreichbarkeit führen zu keinem guten Gefühl.

 

Montag, 12. Januar 2015:

Neues Jahr – neue Abkürzungen und Begriffe vom Bau. Ich lernte den Unterschied zwischen BMA und BMZ. Eine Brandmeldeanlage wird flächendeckend im neuen Schulgebäude eingebaut, verbunden wird diese sein mit Brandmeldezentrale. Aha! BKL wiederum hat damit nur indirekt zu tun, denn der Baukostenindex gibt jeweils nur die Kosten anhand einer Tabelle wieder. Die Planungen übersteigen ihn derzeit nicht. Dafür verfügt das Gebäude nach Anbau und Sanierung über eine kompakte Kubatur. Das sind doch wichtige Lernerfolge für mich so früh im Jahr. „Wenn wir fertig sind, wissen Sie, wie man baut“, so der Architekt.