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Bewegungsprojekt

Projektübersicht

Zeitlicher Umfang: vier Doppelstunden, jeweils donnerstags von 11.30 – 13.00 Uhr

Grundidee: Die Schülerinnen und Schüler der gesamten Jahrgangsstufe 5 gestalten ein ge-meinsames Bewegungsprojekt und führen es zusammen auf.

DatumThema
04.06.09 Einstieg: grundlegende Bewegungen erproben, die ersten drei Abschnitte der Bewegungschoreografie kennen lernen und einüben
11.06.09 Feiertag
18.06.09 Wiederholung des ersten Teils und Erlernen der Abfolge des zweiten Teils
25.06.09 Erster und zweiter Teil werden verbunden und verfeinert
07.07.09 Probe aller vier Klassen in der Sporthalle
09.07.09 Schuljahresabschluss mit gemeinsamer Aufführung


Lernziele

  • Die SchülerInnen bewegen sich zu Musik in unterschiedlicher Art und Weise.
  • Die SchülerInnen haben Freude am Bewegen des eigenen Körpers.
  • Die SchülerInnen lernen einige grundlegende Elemente einer Bewegungschoreografie kennen.
  • Die SchülerInnen erleben eine gemeinsame Aufführung, zu der jede Klasse und jede/r SchülerIn etwas beiträgt.
  • Die SchülerInnen erfahren die Notwendigkeit von diszipliniertem Verhalten bei der Erarbeitung eines Gruppenergebnisses.
  • Die SchülerInnen erfahren, dass eingehaltene Absprachen Auswirkungen auf das Gelingen einer Partner-/Gruppenaufgabe haben.

 

Bei diesem Projekt ließen wir uns vom Film „Rhythm is it“ anregen:

Im Februar 2003 begannen die Berliner Philharmoniker und ihr Chefdirigent Sir Simon Rattle ein Projekt mit 250 Kindern und Jugendlichen aus 25 Nationen. Nach Anleitung des Choreografen und Tanzpädagogen Royston Maldoom proben sie die Aufführung von Igor Stravinskys Ballett Le sacre du printemps.
Nur sechs Wochen Probezeit (wöchentlich 6h) haben die Schüler, zumeist aus Berliner „Problemschulen“, von denen niemand mit klassischer Musik und Tanz vertraut ist. Maldoom hatte bis dahin schon unter anderem mit Straßenkindern in Äthiopien und mit jugendlichen Strafgefangenen in England Stravinskys Ballett erfolgreich inszeniert. Während dieser Phase werden drei der jungen Menschen näher vorgestellt: Martin, der Schwierigkeiten hat, sich auf andere Menschen einzulassen und sie doch in den Tanzsequenzen berühren soll, der kaum deutsch sprechende Kriegswaise Olayinka aus Nigeria, dem die Teilnahme an dem Projekt hilft, andere Menschen kennenzulernen. Marie hält sich am Anfang für faul und beschließt dann doch, den Hauptschulabschluss machen zu wollen, während ihre Freundin bald schon aussteigt.

Dabei zeigt der Film die Entwicklung der jungen Menschen, die aus den wachsenden Erfolgen Selbstbewusstsein ziehen und als Persönlichkeit reifen. Er zeigt aber auch das Chaos der Proben, den unmotivierten Beginn der Jugendlichen und die Interventionen der besorgten Lehrer, die fürchten, ihre Schüler würden von Maldoom überfordert. Das Ende und der große Höhepunkt ist der umjubelte Auftritt in der Arena Treptow. Royston Maldoom bringt mit seinen Tanzprojekten Jugendlichen das Leben bei.

Seine »Educational Dance-Projekte« haben den 63-Jährigen quer durch Europa, nach Afrika und Südamerika geführt, in Berlin hatte Maldoom seinen Durchbruch. Er wird nicht nur in Bürgerkriegsgebieten oder Entwicklungsländern gebraucht. Das zeigt der Brandbrief verzweifelter Lehrer an der Neuköllner Rütli-Schule.

Maldoom, vor etlichen Jahren in England zum klassischen Tänzer ausgebildet, verlangt viel von seinen Schülern. In barschem Ton fordert er Konzentration, Disziplin und totale Hingabe. Das verwirrt Lehrer und Sozialpädagogen, die es gewohnt sind, mit Nachsicht, Sanftmut und unheimlich viel Betroffenheit zu arbeiten. So auch an einem Vormittag dieser Woche in der Turnhalle einer Hauptschule in Berlin-Kreuzberg. »Ruhe!«, brüllt Maldoom – und nicht die Schüler zucken zusammen, sondern eine Lehrerin, die am Rand sitzt und zuschaut. Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren, allesamt Schüler der achten Klasse, proben Orffs Carmina Burana. Mitte Mai wird das Werk zur Aufführung gebracht, es ist das vierte große Tanzprojekt der Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Simon Rattle, wieder vereint es Amateure mit hochrangigen Profimusikern.

Bei der Probe sind die meisten Jugendlichen barfuß, ein paar Mädchen tragen Kopftücher, die Jungs ärmellose Muscle-Shirts. »Ich war ein schlimmer Störenfried, als ich so alt war wie ihr!«, schreit Maldoom. »Bin ständig aus dem Unterricht geflogen und musste zum Direktor.«

Die Botschaft ist klar: Ich bin eine Autoritätsperson und trotzdem einer von euch. Die Jugendlichen nehmen ihm das ab. Dieser Kerl mit seinen tiefen Furchen im Gesicht, kurz geschorenem Haar, Lederarmband und silbernen Fingerringen ist ihnen ein bisschen unheimlich, aber er wirkt glaubwürdig. Diese Art von street credibility ist vermutlich das Erfolgsrezept von Royston Maldoom: Er ist einer, der das Leben von unten kennen gelernt und sich freigetanzt hat. Der seine Erkenntnisse nicht Pädagogik-Theorien verdankt, sondern der rauen Wirklichkeit. »Don’t kid a kiddo«, beschreibt er später im Gespräch das, was er anderen Pädagogen voraushat: »Verarsch keinen, der genauso ist wie du.«

In der Turnhalle ist es still. »Eigentlich solltet ihr schwitzen«, schimpft Maldoom, »erst wenn ihr schwitzt, arbeitet ihr hart genug.« Dann erklingt wieder Orff, und die Kids – allesamt Laientänzer – üben ihre Schritte. Ein bisschen unbeholfen sieht es aus und rührend – etwa dann, wenn die Choreografie vorsieht, dass sich zwei Schüler umarmen. Linkisch schlingen sie sich die Arme um den Hals, offenbar selbst überrascht von dieser ungewohnten Zärtlichkeit.

Wie wenig Gefühl Jugendliche für ihren Körper haben, wie wenig sie ihn kontrollieren oder sich mit ihm artikulieren können, hat Maldoom in vielen Tanzprojekten erfahren. Dagegen kämpft er an: »Tanz lehrt, aufrecht zu stehen und andere zu stützen. Daraus erwächst Respekt für sich und für andere.«



Übersicht der Übungsorte des Bewegungsprojekts


Datum5a5b5c5d
Do, 04.06. Gym. halle Klassenraum Klassenraum Klassenraum
Do, 18.06. Klassenraum Gym. halle Klassenraum Klassenraum
Do, 25.06. Klassenraum Klassenraum Gym. halle Klassenraum
Di, 07.07. (5./6. Stunde) S p o r t h a l l e (Generalprobe)
Do, 09.07. Gemeinsame Aufführung


Für das Üben stehen leider keine anderen Räume als Gymnastikhalle und Klassenzimmer zur Verfügung.

Die Klassenzimmer müssen so gestaltet werden, dass Bewegungsübungen möglich sind. Das bedeutet, alle Stühle auf den Flur stellen und die Tische an die Wände schieben; noch besser ist es, wenn zwei Tische übereinandergestapelt werden. Auch die Ranzen müssen außerhalb des Klassensaales aufbewahrt werden, da es vermutlich dort keine Ablagemöglichkeiten gibt.

 

Konkretes Beispiel

04. Juni

AUFWÄRMPHASE

Musik: CD „Einfach Lostanzen“, Titel Nr. 1 „run 170“, Dauer 2:00

Für diese Aufwärmphase wird stets die gleiche Musik (run 170) benutzt. Sie dauert zwei Minuten. Es ist der erste Titel auf der CD. Die Anweisungen für die Aufwärmübungen werden vor dem jeweiligen Durchgang angesagt und je nach Schwierigkeitsgrad auch demonstriert, besonders hilfreich bei Übung 7,8 und 9. Dann wird jeweils der erste Titel eingespielt und die Bewegungsübung beginnt. Es gibt fünf Durchgänge.

Innerhalb eines Durchganges gibt es verschiedene Übungen, die nach ca. 30 oder 60 Sekunden wechseln. Dazu empfiehlt es sich, mit einem Instrument den Wechsel anzukündigen oder die Musik kurz leiser zu drehen und die Anweisung laut zu sprechen („Und jetzt seitwärts laufen!“). Auch Mitmachen macht Spaß.

 

Bewegungsprojekt - Aufwärmphase

Aufwärmphase

 

Bewegungsprojekt - Kurze Pause

Kurze Pause

DurchgangÜbungInhaltBeschreibungSozialformZeit (s)
Erklären des ersten Durchganges und danach Titel Nr. 1 einspielen
1. 1 Laufen Die S. laufen kreuz und quer durch den Raum ohne sich berühren. einzeln 30
2 Seitwärts Alle laufen seitwärts im Nachstellschritt ohne sich be-rühren. einzeln 30
3 Rückwärts Rückwärtslaufen ohne sich berühren. einzeln 30
4 Große Laufschritte Alle laufen in großen, raumgreifenden Schritten umher ohne sich berühren. einzeln 30
Erklären des nächsten Durchganges und danach Titel Nr. 1 einspielen
2. 5 Kreise, Dreiecke, Vierecke Jede/r stellt sich auf den Boden gezeichnete große Kreise, Dreiecke und Vierecke vor und läuft diese Linien nach. einzeln 60
6 Achter Auf dem Boden gedachte Achter in unterschiedlichen Größen nachlaufen. einzeln 60
Erklären des nächsten Durchganges und danach Titel Nr. 1 einspielen
3. 7 Schulter Mit einem/r Partner/in Schulter an Schulter (ohne Berührung) laufen; Schultern sollen während des Laufens so weit wie möglich nebeneinander sein. Partner 60
8 Schatten Ein Partner steht hinter einem anderen, Abstand ca. 30-50 cm. Der vordere läuft frei herum, der hintere ist sein Schatten und folgt dem vorderen so genau wie möglich, Abstand soll gleich bleiben. Nach 30 s wechselt der hintere nach vorne. Partner 2 x 30
Erklären des nächsten Durchganges und danach Titel Nr. 1 einspielen
4. 9 Anschubsen Die Hälfte der Gruppe steht frei verteilt im Raum, die anderen laufen kreuz und quer und geben den Stehenden einen „Schubs“ zum Weiterlaufen, um selbst stehen zu bleiben. Dann schubsen die jetzt laufenden Kinder die stehenden an usw. Es erfolgt ein ständiger Wechsel zwischen stehen, anschubsen und laufen. Gruppe 120
Erklären des nächsten Durchganges und danach Titel Nr. 1 einspielen
5. 10 Seiten Die Leiterin zeigt auf eine Seite (Anweisung „Immer bis zur Wand laufen“ geben) und alle laufen dorthin. Wenn alle dort angekommen sind, wird auf die nächste Seite gezeigt, dann wieder auf eine andere Seite usw. Die Raumwege können z. B. so aussehen:
Bewegungsprojekt - Anweisung
Gruppe 120


 

Bewegungsprojekt

 

HAUPTTEIL

Musik: Soundtrack Fluch der Karibik Zeitumfang: ca.40 Minuten

Ziel: schneller und sauberer Wechsel von einer „Position“ in eine andere. (LINIE+PAARE)

Übung:

  1. Zuerst die Kinder in eine LINIE (______________) nebeneinander aufstellen. Dann paarweise im ganzen Raum verteilen, sich bei Aufstellung gegenüber stehen und angucken (ohne Musik)
  2. Der Wechsel zwischen diesen beiden Positionen wird geübt, indem man Musik laufen lässt und die Kinder sich frei im Raum bewegen (laufen, gehen, springen, egal). Bei Musikstopp durch Tutor auf seine Anweisung entweder schnell eine LINIE bilden oder PAARWEISE im Raum verteilen.
    (1 oder 2 Durchgänge)
  3. Zusatz: wieder bei Musikstopp : auf Anweisungen schnell in eine LINIE kommen oder paarweise aufstellen, aber wenn der Tutor „paarweise“ angibt, dann sollen die Partner zusammen eine Figur bilden, bei der mindestens 2 Hände aufdem Boden sind.
    (1 oder 2 Durchgänge)
  4. Zusatz: wieder bei Musikstopp Anweisungen beachten, wenn paarweise angegeben wird, nach wie vor eine Figur bilden, bei der mindestens 2 Hände auf dem Boden sind und zusätzlich, wenn sie in der Linie stehen, nacheinander (wie beim Dominoeffekt einmal runter (auf die Knie, z.B. oder setzen, ...) und dann unten bleiben, bis der letzte unten war, dann weiter laufen.
    (1 oder 2 Durchgänge)

Bewegungsprojekt - Linie

Linie

 

Schluss

Zeitumfang: ca. 30 Minuten

Ziel: Die ersten 3 Einheiten (s. Übersichtsblatt, bis Ziffer 33) sollten mit Musik (!!!) sitzen

Ausführung:
Kinder stellen sich Ausgangsposition auf (s. Übersichtsblatt/Auftakt bis Ziffer 5).
Man kann für die erste Einheit (Laufweg) 2 mal 8 Zeitenlaut zählen, dann für die Aufstellung in der Linie und das „Dominofallen“ wiederum 2 mal 8 Zeiten.
(mindestens 3 Durchgänge)