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Aug bis Okt 2014

 

Mittwoch, 29. Oktober 2014:

Bau-Jour-fixe im leeren Schulgebäude: So ist es eben, bei Menschen, die nichts mit dem Schulalltag zu tun haben, verblassen die Ferientermine. Also machte ich mich heute nach Deidesheim auf, um neu dazuzulernen: Es wurde mit Begriffen hantiert, dass mir die Ohren schlackerten: Diagonaler Brandumschlag, Tragwerk bei Gebäudekategorie 4 muss voll aufgeführt sein, Qualifizierte Unterdecke in F90 statt der überholten Rippendecke, Wärmedämmverbundsystem, aktive Raumkühlung mit Nachtspülung in hybrider Form und natürlich die oft zitierte „EnEV 2014 – 35%“. Dahinter versteckt sich im Baujargon die „Energieeinsparverordnung“, die bei Bauten im Jahr 2014 ungesetzt werden muss. Der Schulträger gab als Ziel für einen in die Zukunft gerichteten Bau allerdings vor, dass diese um 35% unterschritten wird, also etwa bei der noch kommenden „EnEV 2016“ landen wird, die wiederum nahe an ein Passivhaus herankommt. Gut, ich kam bisher ohne all diese Ergänzungen gut durchs Leben, aber wie sagte der Projektleiter heute: „Wenn wir fertig sind, haben Sie eine Menge zum Thema ‚Bauen‘ gelernt. War heute schon so! Und noch ist ja Zeit bis zum Bau, der Beginn liegt immer noch im November 2015. Die Zeitverzögerung durch statische Untersuchungen am Bestandsbau wurde wieder „reingeholt“. Einfach spannend!

 

Herbstferien, 21. Oktober 2014:

Wenn es in der Schulzeit nicht klappt, muss die unterrichtsfreie Zeit herhalten. Da herrscht mehr Ruhe, kein Telefon und kein Anschlussunterricht hetzt. Daher tagte heute eine Gruppe von Interessierten in der Schule, die sich mit dem Ganztag unserer Schule befasste. Wir haben formell nie beschlossen, keine rhythmisierten Ganztagsklassen einzurichten, begannen mit einer Mischung von Ganztagsschüler/-innen aus allen vier Parallelklassen. Inzwischen größer geworden, winkt das andere Konzept mit vermeintlichen Vorteilen, wenn zwei Klassen fest als GTS-Klasse eingereicht würden. Dies würde die Ernsthaftigkeit erhöhen, die Möglichkeiten im Unterrichts-Rhythmus verbessern, das hätte Auswirkungen auf bessere Stundenpläne und auf das Angebot. Der größte Vorteil wäre das Empfinden: Wir sind nicht eine Halbtagsschule bis 13 Uhr, dann gehen die meisten, die Ganztagsschüler müssen bleiben. Vor allem ab Klasse 8 bröckelt diese Zahl allein altersbedingt erheblich. Darum sollte es heute gehen und die Zeit, die wir angesetzt haben, konnten wir ohne Mühe um das Doppelte überschreiten. Wege, Visionen und nächste Schritte bleiben als Ergebnis hängen.

 

Mittwoch, 14.Oktober 2014:

Nochmal Zukunft: Treffen mit dem Deidesheimer Jugendtreff und Vereinbarung eines weiteren Projektes. Im kommenden Sommer soll das Zirkusprojekt wieder auf dem Schulgelände stattfinden. Schüler/-innen der IGS sollen wieder mit einbezogen werden, eventuell könnten wir da sogar mit Übungsleitern dienen, schließlich haben wir jetzt eine Oberstufe, aus der Schüler/-innen durchaus Verantwortung übernehmen könnten. Natürlich besprachen wir auch die unmittelbare Planung des Sportplatzes. Auch hier befindet sich das Stadium noch im Vorfeld von Entscheidungen. Wenn (meine) große Lösung kommen würde…ein Gefühl des Anfangs rührt sich in mir mit den Möglichkeiten meiner ersten IGS in Oggersheim. Diese „große Lösung“ mit Jugendtreff „nebenan“, neuen Räumen in der Schule in dessen Nähe, vormittags leerstehende Räume im Jugendtreff, Kooperationsmöglichkeiten am Nachmittag im Ganztagsbetrieb, Bewegungs- und Kooperationspark…ein Schub für die Schule, den ich wirklich nur erträumen kann. Aber noch sidn wir nicht mal am Start…     

Das Gesamtteam, wie soll es anders sein, quoll über vor Themen. Termindruck, weil der jährliche Informationsmarathon demnächst beginnt, herrschte im Konzept der Oberstufe. Derzeit benötigen wir ein Stundenraster, das 46 Wochenstunden umfasst und damit den Freitagnachmittag mit einschließen muss und die Stundenpläne der Kolleg/-innen enorm belastet, gerade an zwei Standorten. Durch geringfügige Einschränkung der Wahlmöglichkeiten könnte die benötigte Wochenstundenzahl sogar auf 38 gedrückt werden. Weitere Themen waren das Fahrtenkonzept, der Ganztagsbetrieb und Berichte aus der Konzeptgruppe „Schulentwicklung“. Zuvor fanden die Widerspruchskonferenzen statt, so dass wir erst verspätet einsteigen konnten. Der Alltag im Hamsterrad hat uns wieder!

 

Freitag, 10.Oktober 2014:

„Ich spiele mit dem Gedanken, mich bei Ihnen auf die Stelle des Direktorstellvertreters zu bewerben“. Klar, dass wir uns erstmal beschnuppern wollen. Gerade bei dieser Funktionsstelle ist menschliches Klarkommen enorm hilfreich, wenn man nicht jede Einzelheit miteinander absprechen muss, wenn ein Grundkonsens besteht, wenn man eine gemeinsame Basis findet, auf der Entscheidungen (auch im Sinne des jeweils anderen) getroffen werden können. Dieses Kennenlernen bedarf mehr Zeit als eine Tasse Kaffee. Dennoch hat es heute begonnen.

Erstmals ging eine Anfrage zur Aufnahme in den neuen fünften Jahrgang bei mir ein, bei der es sich um Drillinge handelt. Ein Los – drei Plätze! Immer wieder was Neues.

 

Mittwoch, 08. Oktober 2014:

Ich nenne es Bau-Jour-Fixe, wenn sich Schulträger, Architektenbüro, Fachingenieure und Schulleitung zu Fragen des dritten Bauabschnittes in Deidesheim treffen. Die vorläufige Bauplanung ergibt immer wieder neue Fragen, die von Fachingenieuren und deren Büros geklärt werden müssen. So ist etwa die Idee oder Vision entstanden, den Querbau der Verwaltung im Erdgeschoss zu öffnen, den Haupteingang der Schule zu verlegen und dann den offenen Blick auf das Schulgelände zu ermöglichen. Auftauchende Fragen: Wie ist bautechnisch umzusetzen? Kann dort aus statischen Gründen überhaupt aufgestockt werden? Also werden Statiker beauftragt, die Stabilität des Querbaus zu prüfen. Von drei bisherigen Varianten wäre dann eine umsetzbar, die sich an anderer Stelle kostengünstiger auswirken würde. Wenn dann der Bewegungs- und Begegnungspark der Dietmar-Hopp-Stiftung umgesetzt würde und gleichzeitig der Deidesheimer Jugendtreff auch noch auf den Sportplatz „umziehen“ könnte – welche Synergie-Effekte für die Schule würde das ermöglichen. Will heißen: Wir befinden uns zwar in einer „Hängepartie“, weil noch nichts beschlossen ist, aber die Träume, die schulisch bei mir daraus entstehen, sind enorm. Pläne, die ich heute erstmals gesehen habe und die die Vorstellung einer Schule im Team-Kleingruppen-Modell umsetzt („Sie haben den pädagogischen Grundansatz der Schule sehr prägnant beschrieben, das wird unserer Bauplanung sehr helfen“), stimmen mich derart hoffnungsvoll, dass ich kaum abwarten kann, bis Entscheidungen auch wirklich getroffen werden. Doch da ist noch eine gute Portion Geduld vonnöten, lieber Schulleiter!

 

Dienstag, 30. September 2014:

Neben dem geschilderten organisatorischen Allerlei durfte ich mich heute wieder an einem Kessel voller Pädagogik laben: Die Konzeptgruppe „Schulentwicklung“ tagte am Nachmittag. Von den anstehenden Themen ist die Frage der Differenzierung sicherlich das wuchtigste und das an allen IGSn immer wieder am heftigsten diskutierte. Bei der Vorbereitung hielten wir es für zentral, dass ein allgemeiner Input zur Differenzierung notwendig sei, um alle auf den gleichen Stand zu bringen. Da ich dies bei einigen IGSn schon vorgetragen hatte, fiel mir dieser Part zu. Woher kommt eigentlich die Differenzierung an Gesamtschulen? Eine gedankliche Reise in die Bildungsdiskussion der 70-ger Jahre bis zu unserer Planungsgruppenzeit 2008 war für mich notwendig, um unsere Diskussionen und Entscheidungen zu verstehen und einordnen zu können. In einem anderen Zusammenhang hatte ich dieses Thema gerade nachgelesen und konnte daher aus dem Vollen schöpfen. Auch den Weg unserer Schule kennen immer weniger aus dem Kollegium, so dass ich auch ihn nachzeichnete. Anschließend zeigte unser Gespräch, dass die Frage der Differenzierung immer unvermittelt ins Zentrum der Gesamtschulidee vordringt: Gemeinsames Lernen in Vielfalt – wie geht das? Die Konzeptgruppe verfolgt eigentlich die Absicht, die Arbeit zu koordinieren. Immer wieder rutschten wir aber in ein inhaltliches Gespräch ab. Am Ende stand die Absicht, dazu einen Studientag mit dem gesamten Kollegium durchzuführen, an dem mit mehr Zeit an den Inhalten gearbeitet wird. Mit dem Gefühl, an einem inhaltlich reichhaltigen, pädagogisch grundlegenden und konzeptionell wichtigen Nachmittag gearbeitet zu haben, fuhr ich kurz nach Hause.

Am Abend stand noch die Wahl zum Schulelternbeirat im Kalender. Die Mensa reichte für die Fülle der Klassenelternsprecher/innen und Wahlvertreter/-innen gerade noch aus. Nur mit Kinobestuhlung konnten die 89 zahlreich erschienenen Wahlberechtigten Platz finden. Es musste ein 14-köpfiger Beirat gewählt werden, am besten mit der gleichen Anzahl von Vertreter/-innen. Auf diese Zahl von Kandidat/-innen kamen wir zwar nicht, aber nach einer langen Phase des Auszählens (89 mal 14 mögliche Namen) stand das neue Gremium fest, das sich gleich in einer kurzen Sitzung konstituierte.  Ich wünsche uns zwei Jahre erfolgreicher Arbeit zum Wohle der Schule in menschlich angenehmer und wertschätzender Atmosphäre.

 

Freitag, 26. September 2014:

Derzeit gehe ich in Einzelheiten fast unter. Klar, das Schuljahr hat noch nicht die volle Fahrt aufgenommen und immer noch kommen Kolleg/-innen in mein neues Büro. „Ach, so sieht das jetzt bei dir aus“. Nicht alltäglich sind allerdings Themen wie diese: Neue Festplatte im Server, die alte war fast angefüllt mit Daten. Die neue hat nun die doppelte Kapazität. Eigentlich ist es schlimm, dass bei nicht zur Verfügung stehendem Server zumindest die Verwaltungsarbeit fast zum Stillstand kommt, zumal in Zeiten der Gliederungspläne und Statistiken. Wenn es dann noch zu Komplikationen beim Aufspielen kommt, kann lange Zeit kein Brief geschrieben, keine Adresse gesucht und keine Änderung in der Schulbuchausleihe vorgenommen werden. Aber wenn bei einer Bank der Computer streikt, bekommt man auch keinen Cent. Am Montag soll alles wieder laufen und schneller dazu.

Wieder kam ein Kommissar wegen einer bundesweiten Fahndung an die Schule. In einem Missbrauchsfall wird ein Mädchen gesucht. Das verschlägt mir fast den Atem. Ich konnte allerdings (unsererseits zum Glück) nicht weiterhelfen.

Täglich gibt es neue Regelungen zu treffen, welche die begonnene Oberstufe mit sich bringen. Von den Wegen der Entschuldigungen, dem Pausenaufenthalt über einen (nicht vorhandenen) Aufenthaltsraum bis hin zu Recherchemöglichkeiten. Wahrlich, die Einrichtung der Oberstufe ist ein ganz besonderer Abschnitt. Ein erster Unterrichtsbesuch mit dem Studienseminar und Absprachen mit der Grundschule am Standort Wachenheim beschäftigten mich ebenso wie die einzelnen Elternabende und die Vorbereitung der Wahl zum Schulelternbeirat. Um wie viele Mitglieder muss dieser bei der gestiegenen Schülerzahl aufgestockt werden? Auch der achtseitige Elternbrief muss kopiert, gefaltet und verteilt werden. - „Wir müssen Kanzleipapier besorgen bis die Kursarbeiten der Oberstufe beginnen!“. - „Kann das Zirkusprojekt mit dem Jugendtreff im nächsten Jahr wieder auf dem Schulgelände stattfinden?“ - „Die nächste Bausitzung steht an. Geht das zum vorgeschlagenen Termin?“ -  „Die Rauchabschlusstüren müssen hinsichtlich ihrer Funktion überprüft werden.“ – „Eine besonders tragische Familiensituation…Die Mutter bittet wegen der Aufnahme in den nächsten fünften Jahrgang um ein Gespräch. Bitte zurückrufen.“ – „Die Firma, die die weißen Seitenflügel der interaktiven Tafeln überprüfen soll, ist da. Kannst du mal rüber kommen?“ – „Können wir nicht noch drei Tageslichtprojektoren bestellen?“ – „Das Angebot für die Ständer-Bohrmaschinen ist da. Kann ich jetzt bestellen?“ – „Kannst du nochmal hinsichtlich des zusätzlichen Containers nachhaken?“ – so vielfältig angefüllt sind derzeit meine Tage, aber durch die Breite der Themen auch die Beanspruchung.

 

Montag, 22. September 2014:

Der Alltag ist mit einigen Facetten eingekehrt ins neue Schuljahr. In diesem Jahr unterrichte ich gleich drei Fünferklassen in Musik – der Anfang ist überall gemacht mit dem Schulkanon und mit rhythmischen Übungen als Spiel verpackt. Beruhigend für mich, dass es mir immer noch gelingt, schnell Kontakt zu Klassen aufbauen zu können. Die spontane Rückmeldung einer Fünftklässlerin lautete: „Das waren heute zwei tolle Musikstunden. Ist das bei Ihnen immer so lustig?“ Vermutlich nicht, aber ganz oben soll die Freude stehen bleiben.

Das Schulleitungsteam musste ohne mich auskommen: Bereits im Mai wurde ich nach dem Vortrag über differenzierte Leistungsmessung gefragt: „Schade, dass dich mein Kollegium heute nicht gehört hat. Würdest du mal nach Oppenheim kommen und ihn wiederholen?“. Wie oft ich ihn bereits vorgetragen habe, weiß ich nicht. Auf der Fahrt zählte ich zumindest die IGSn, die ich durch einen Besuch kennen gelernt habe. Die Zahl erhöhte sich heute auf 27. Immerhin wieder über die Hälfte aller im Lande. Wie so oft war es hoch interessant, wie andere Gesamtschulen ihr Konzept erstellen, wie sie dieses regeln und jenes angehen, mit welcher Atmosphäre mir ein Kollegium lauscht und welche Fragen wie gestellt und diskutiert werden. Da der heute besuchte Schulleiter lange Zeit MSS-Leiter war, konnte ich am Rande eine ganze Reihe bei uns entstandener Fragen zu Regelungen in der Oberstufe von erfahrener Seite beantwortet bekommen – „IGS-Familie“ eben.

 

Donnerstag, 18. September 2014:

Eine Zeit der hohen Beanspruchung: Längst ist für das neue Schuljahr nicht alles in ruhigen Bahnen, weil im Aufbau unserer Schule im Grunde jedes Schuljahr anders und mit Neuerungen beginnt. Ich freue mich darauf, wenn in einer fertig aufgebauten Schule vieles (alles wäre vielleicht doch zu viel verlangt) strukturiert weil bekannt beginnt. Das reicht von Kurslisten (Unser Sekretariat ist immer noch nicht voll arbeitsfähig), über bekannte Regelungen und Räume (Die Oberstufe hat derzeit nur provisorisch einen Aufenthaltsraum und kaum eine Bibliothek), die MSS-Leitung muss in ein bestehendes Büro mit einziehen (und benötigt noch einen Computer und Telefon) und so weiter. Daneben sind fast täglich Menschen im Auftrag des Landkreises oder des Architektenbüros im Hause, die hier durch Öffnung des Gebäudes die Statik überprüfen und dort die vorhanden aber veralteten Pläne überprüfen und messen, messen, messen. „Was vorher gerührt wird, brennt hinten nicht an!“ – so die Aussage eines der leitenden Architekten. Schon klar, dass eine solche Baumaßnahme, die einschneidend in das Gebäude hineinwirkt bis in die innersten Träger auf sicheren Füßen stehen muss. Überraschungen wird es an einer solchen Baustelle noch genug geben. Immerhin scheint das laufende Schuljahr ein vollständiges Schulleitungsteam aufscheinen zu lassen: Für die Stelle der didaktischen Koordination ist das Auswahlverfahren eröffnet und die letzte Stelle des Direktorstellvertreters ist ausgeschrieben. Beide Verfahren machen zusätzliche Gespräche und Termine notwendig. Alles verläuft bisher mit gutem Bauchgefühl und es ist einfach eine schöne Erfahrung, in einem funktionierenden Team Aufgaben verteilen zu können. Dennoch nehme ich in mir drin die Frische der letzten Jahre nicht mehr so stark wahr. Vielleicht ist es ja nur ein temporäres Gefühl am Schuljahresbeginn.

 

Dienstag, 09. September 2014:

Jedes Jahr neu bin ich von der Aufnahmefeier der neuen Fünfer begeistert, weil sie auf schöne und eindrucksvolle Weise die Schulatmosphäre verdeutlicht. Längst ist klar, dass sich dies nicht organisieren lässt. Das muss sich bei vielen Beteiligten „wie von selbst“ ereignen und fortsetzen. Es spricht vielleicht Bände, dass es zum siebten Mal gelungen ist und das mit einer Schülerbeteiligung, die in jedem Jahr weiter gewachsen ist. Welch eine Freude! Zum ersten Mal habe ich es erlebt, dass Eltern direkt im Anschluss auf mich zukamen und sich für diese schöne Feier bedankten. Mein Anteil daran ist nicht groß, daher gebe ich den Dank gerne an alle weiter, die diesen Tag möglich gemacht haben.

 

Montag, 08. September 2014:

Jetzt ist es amtlich: Wir sind seit heute eine IGS mit Oberstufe. Statt 83 waren nur 82 junge Menschen zur Begrüßung in der Mensa, die bei uns das Abitur ablegen wollen. Einen jungen Mann haben wir anscheinend „aus dem Bett“ geholt. Zumindest hörte er sich am Telefon noch etwas verschlafen an als er sagte, er habe sich kurzfristig für eine andere Schule entschieden. In meiner Begrüßung wies ich auf die Besonderheiten hin: Wir sind Integrierte Gesamtschule als Schwerpunktschule, das ist neu für die von extern aufgenommenen Schüler/-innen. Ich wünsche, dass dies auch in die Oberstufe hineinwirkt (In den Ferien sagte jemand: „An der IGS Deidesheim/Wachenheim wird die Schwerpunktschule wirklich gelebt.“ Wunderbar!). Das wird für die Neuen eine Zeit des Ankommens erfordern. Zum anderen kommt den ehemaligen „Trixi Trauben“ die Aufgabe zu, unsere Atmosphäre an der Schule weiter zu vermitteln. Ich halte sie nach wie vor für eine besondere Atmosphäre und bekomme dies bei Besuchen von außerhalb auch immer wieder gespiegelt. Und ein Gedanke mit Augenzwinkern: „Deidesheim besitzt seit 1395 die Stadtrechte, aber ihr seid die ersten, die in dieser Stadt das Abitur ablegen werdet.“ Dazu wünsche ein gutes Ankommen und viel Erfolg!

Ansonsten war dieser erste Schultag wieder vollgestopft, vielleicht wie nie zuvor. Mein Büro ist fertig, aber das Sekretariat ist beileibe noch nicht im normalen Modus zu betreiben. Am Mittwoch soll nun endlich der zusätzlich benötigte Computer geliefert und eingebunden werden. Daher liegen noch alle Zuleitungen und Steckdosen und…und…und auf dem Tisch. Nur notdürftig ist da an reguläres Arbeiten zu denken. Wird schon werden, das ist eben Schule im Aufbau. Allerdings nun schon im siebten Jahr, das zehrt…

 

Sommerferien 2014:

Arbeitsreiche Sommerferien liegen hinter mir mit einer ganzen Reihe von Einzelaktivitäten. Räumlich stand natürlich die Umgestaltung des Sekretariats im Vordergrund und damit auch der Umzug in mein inzwischen fünftes Büro in sechs Jahren. Inzwischen habe ich schon so oft darin gesessen, dass es durchaus schon „mein“ Büro geworden ist. Alles Gegenstände und der ovale Gesprächstisch passen hinein, auch die bildhaften Erinnerungen hängen bereits an den Wänden. Im Sekretariat war der Schreiner und der Elektriker da, zwei Wände hat der Hausmeister gestrichen…ja, es ist ein vergrößertes Geschäftszimmer geworden für vermehrte Arbeit und ich sitze, räumlich verschlankt, und kann die Arbeit auf weniger Quadratmeter konzentrieren.

Dazwischen immer wieder Rücksprachen, Korrekturen, Entscheidungen um und zur Unterrichtsverteilung, die im Organisationsbüro meine Mitarbeit erforderte. Wir haben sie aber mit einer annehmbaren Lösung hinbekommen und den strukturellen Unterrichtsausfall auf vier Stunden Bildende Kunst in Jahrgang sechs reduzieren können. Macht sich gut an.

Ein Wassereinbruch im Untergeschoss in Wachenheim hat dort verheerende Wirkungen hervorgerufen, so dass ich in drei Räumen den inzwischen dritten Boden erlebe. Trocknungsmaschinen, neuer Estrich…das kenne ich ja schon. Soweit ist durch einen grandiosen Einsatz zum ersten Schultag auch alles fertig geworden. Auch die Fassade ist von den letzten Brandschäden befreit, neu verputzt und gestrichen worden. Fast ein Jahr liegt nun die Brandstiftung zurück…

Die Vorarbeiten für den durch die Oberstufe erweiterten Stundenplan erwiesen sich als kompliziert, das Stundenraster stellte sich als zu klein heraus. Also: Anpassen und Entscheidungen treffen. Bis auf zwei „Knock-Out-Punkte“ errechnete der Computer aber einen insgesamt akzeptablen Stundenplan. Für die beiden Schwierigkeiten suchen wir jetzt „per Hand und pädagogischen Köpfen“ den Computer auszutricksen, das kann er eben für nicht. Was ich vermeiden wollte, tritt nun doch ein: Zwei verschiedene Zeitraster für den Nachmittag und oft die zehnte Stunde für die Oberstufe. Schauen wir mal, ob die freiwilligen Zusatzkurse, die von den Elfern gewählt wurden, auf die lange Strecke gehen oder durch Hoffnung auf weniger Freistunden „einschlafen“.

Eine sehr schöne Dienstbesprechung, wie immer am letzten Ferienfreitag, führte plastisch „mein“ neues Kollegium vor: 72 an der Zahl Das ist ein Wort und daran gilt es sich zu gewöhnen. Staatstragend dann die Ernennungen der neuen Kolleg/-innen zu Studienrät/-innen und die Einweisung der inzwischen ausgewählten MSS-Leiterin und dann eben Alltag. Nicht ohne gemeinsames Singen für die „Neuen“ und auch uns, aber die Stimmen erklangen heuer seltsam leise in meiner Wahrnehmung. Dieser Punkt wird „zu Hause“ wohl ganz anders wahrgenommen als von meinem ehemaligem Kollegium („Keiner singt mehr mit uns“). Natürlich gehören die kleinen Schultüten fest zum Programm, dieses Mal eine zusätzliche für die neue Sekretärin. Und schon waren die Ferien vorbei und wir mitten im neuen Schuljahr.