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April 2017

 

Freitag, 28. April 2017:

Haben die Vereinten Nationen eine „Woche der Advokaten“ ausgerufen? Gleich bei drei, zu juristisch hochgepushten Anliegen, sollten sie von Elternseite ins Spiel kommen, jedenfalls war es so angedroht. Diese hohen Wellengang konnte ich aber glätten, vernüftige, klärende Gespräche auf Augenhöhe sind immer besser als Veränderung bewirken wollende Androhungen. Auch die Aufnahme für den Jahrgang 5 ist, wiederum mit einer Juristin besprochen, nun abgeschlossen. Daher kann jetzt wieder die Pädagogik einkehren und die „Juristerei“ den angemessenen Platz außerhalb der Schule einnehmen.

Nach den Ländern Australien, Vereinigte Staaten, Indien, Braslilien, Mexiko, Italien, Vereinigte Arabische Emirate und Kolumbien hielt heute Kanda Einzug in die Schule. Ein weiterer Schüler möchte an einem Schüleraustausch teilnehmen und weit im Voraus schulische Auswirkungen besprechen. Die globalisierte bzw. näher gerückte Welt macht auch vor der Schule an der Weinstraße nicht halt. Alles Gute, ich sehe keine Hürden!

Wie kann es sein, dass Schulleitungen gegen den eigenen Personalrat (oder umgekehrt)  Klage einreichen? Klar, beide vertreten unterschiedliche Interessen, aber beide spielen auf demselben Feld „Schule“, da ist, wie das Landespersonlvertretungsgesetz es auch vorschreibt, vertrauensvolle Zusammenarbeit angesagt. Immerhin geht es doch in erster Linie nicht um die eine oder andere Gruppe an sich, es geht immer und in erster Linie um die Schule, in der, keine Frage, die darin Lernenden und Arbeitenden geeignete Rahmenbedingungen vorfinden müssen. Darüber aber kann man aber doch miteinander reden, da gibt es immer Lösungen zur Zufriedenheit für beide Seiten – und bei einer wertschätzenden Grundposition aller allen gegenüber, muss das „gemeinsame Feld“ auch nicht verlassen werden. Beim heutigen Vierteljahresgespräüch wurde dies wieder deutlich: Wir an unserer Schule sind weit davon entfernt, gegeneinander zu klagen. Die derzeitige Legslatur des Personalrats endet nächsten Monat, Neuwahlen auf allen Ebenen (Schule, Bezirk und Ministerium) stehen an und sind bereits organisiert. Ebenfalls erreichen die Plakate und „Wahlgeschenke“ der kandidierenden Lehrerverbände in einer erklecklichen Anzahl die Schule. Natürlich nutzten wir die heutige Gelegenheit auch zu einem Rückblick auf die Zusammenarbeit der letzten Jahre, fanden auch Möglichkeiten, sie noch weiter zu verbessern, stuften sie aber insgesamt als gelungen und vertrauensvoll ein. Wie sich der neu gewählte Personalrat dann zusammengesetzt ist, muss ja erst die Wahl entscheiden. Also, ihr Lieben: Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit, für die menschlich angenehme Atmosphäre und die stete Bereitschaft und Offenheit für Lösungen!

 

Mittwoch, 26. April 2017:

„Kleines Lied – ganz groß“, schrieb ich am 1. Dezember 2015, als der Schulkanon ganz überraschend den Weg in die Neuauflage der Wachenheimer Stadtchronik gefunden hatte. Derzeit kann ich eine ganze Ansammlung von Ereignissen aufzählen, die mit dem Achtzeiler zu tun haben. Zunächst hatte mich eine Mutter bei der Abiturfeier angesprochen, dass sie sich noch genau daran erinnere, als ich das Lied beim ersten Elternabend im Juni 2008 mit den Eltern angestimmt habe. Vom Abiturstreich habe ich schon berichtet. Ein weiteres „Bonbon“ ist die Abiturzeitung. In jedem Schülerprofil wurde, nach dem Spitznamen, den gewählten Leistungskursen, nach der besten und schlimmsten Erfahrung in der Oberstufe usw. gefragt: „Jeder kann was prima machen, was kannst du?“ Und heute nun hörte ich, dass bei einer Kollegenhochzeit vom Team der Kanon auf das Brautpaar umgetextet und vorgetragen wurde. Beim heutigen Gespräch darüber ermunterte mich die Kollegin, darin nicht nachzulassen und das Lied auch innerhalb des Kollegiums weiterhin anzustimmen („Das tut so gut!“). Was kann einem Lied Besseres passieren? Zauberhaft!

 

Dienstag, 25. April 2017:

Zwei Gespräche gaben dem Tag seine besondere Prägung, weil sie nur in Deidesheim geführt werden konnten. Zunächst war der Verbandsbürgermeister zu Gast. Es ging unter anderem auch um den Deidesheimer Jugendtreff. Ich erfuhr, dass die Container außen noch mit einer Holzkonstruktion ummantelt werden und die Fertigstellung – Achtung! Wieder ein Termin! – für Sommer geplant ist. Dann, so das Anliegen, könnte eine weitgehende Kooperation mit der Schule starten. Da will ich mich gerne engagieren!

Zum zweiten Gespräch saß ich wieder auf den alten Holzstühlen mit den schön geschnitzten, aber ungemütlich steilen Holzlehnen im schmucken Ratssaal bei der jährlichen Kuratoriumssitzung der Frank-Lyden-Stiftung (vgl. Eintrag vom 10. Juni 2010). Jahresbilanz der Stiftung, Rechnungsprüfung, Entlastung des Vorstandes und Beschluss über neue Anträge sind die regelmäßig wiederkehrenden Tagesordnungspunkte und daher recht unspektakulär. Die Besonderheit der heutigen Sitzung fasse ich mal unter das Stichwort „Deidesheimer Turmschreiber“. Doch, schon mal gehört und gelesen, am Brauchtumsbrunnen mit Titenfass und Schreibfeder dargestellt, aber „nix Genaues weiß man nicht“. Das sollte nicht so bleiben, so dass ich genauere Fakten im Anschluss an die Sitzung durch Besuch des Deidesheimer Internetauftrittes sammelte. Dort heißt es:

„Der Literat hat Quartier genommen. Er blickt auf alte Mauern und einen blühenden prächtigen Park. Und er denkt nach darüber, auf was er sich da frohen Herzens eingelassen hat: Turmschreiber zu sein in Deidesheim an der Deutschen Weinstraße.

In den Elfenbeinturm, das hat er schon gleich am ersten Tag bemerkt, können sich die Literaten hier nicht zurückziehen. Deidesheims Turmschreiber residieren - zumindest symbolisch - in einem runden Türmchen aus solidem Pfälzer Buntsandstein. Uralt ist dieses schmucke Bauwerk, und es steht im Herzen des Städtchens - im Schlossgarten. Dort gehört der Turmschreiber auch hin: ins Herz der Stadt; und umgekehrt sollen Deidesheim und die Pfalz einen festen Platz im Herzen der Literaten haben, die hier auf Zeit in Amt und Würden sind. Seit 1978 gibt es die Turmschreiberei. Ganz profan heißt sie „Stiftung zur Förderung der Literatur in der Pfalz“. Diese verlangt von den Kandidaten, dass sie vier Wochen in Deidesheim wohnen, „pfalzbezogen“ arbeiten und das Ergebnis dann auch publizieren. Dafür bekommen sie reichlich Deputatwein, weniger reichlich finanzielle Anerkennung, aber den Respekt und die Zuneigung der Deidesheimer und der Pfälzer.

Viele namhafte Autoren waren schon Turmschreiber. Wortgewaltig, hintersinnig, fröhlich, herzlich, aber auch kritisch und ironisch haben sie sich in ihren Werken mit Land und Leuten auseinandergesetzt. Deidesheim hat ihnen ausnahmslos Inspiration gegeben. Die meisten Turmschreiber sind der Pfalz nach Ablauf ihrer zweijährigen Amtsperiode treu geblieben. Sie kommen immer wieder. Das Paradies beflügelt Pegasus stets aufs Neue.“ (aus: www.Deidesheim.de/Turmschreiber).

Natürlich ist auch eine Liste der bisherigen Turmschreiber aufgeführt, die bisher mit dem Jahr 2010 endet. Der Beirat der Literaturstiftung, so hörte ich heute, sei aus verschiedenen Gründen nicht mehr funktionsfähig gewesen, das ganze Unternehmen, seit Jahren auf Eis gelegen, hätte nun insgesamt „auf der Kippe“ gestanden. Fleißigen Ideengebern ist es gelungen, über die Struktur- und Genehmigungsbehörde und deren Juristen diese gefährdete Literaturstiftung als Unterstiftung der Frank-Lyden-Stiftung mit eigenem Finanzhaushalt anzugliedern und quasi damit deren Fortbestand zu sichern. Allerdings stieß ich bei meiner Recherche zum Deidesheimer Turmschreiber auch auf einen  kritischen Artikel zu den eher kleinen  Literaturstiftungen mit dem Titel „Liebesreim auf Deidesheim“ von Henrik Ghanaat, der eher in einem ironischen bis kabarettistischen Ton diese Einrichtungen aufs Korn nimmt:

„Es ist eine Welt für sich. Mit Vorsitzenden, die das Sagen haben, und Untergebenen, die mitreden wollen. Mit Orten, an denen man sich trifft und berät - und die mit statistischer Ausgewogenheit über das ganze Land verteilt sind: Von den 356 Auszeichnungen für Literatur, die das um Vollständigkeit bemühte "Handbuch der Kulturpreise" aufführt, wird der überwiegende Teil in Klein- und Mittelstädten wie Aurich, Bayersoien oder Merseburg vergeben.

Sie werden gestiftet von Vereinen, Landräten oder literaturbeflissenen Fabrikanten. Über ihre Vergabe entscheiden Jurys, denen Gymnasiallehrer, Kommunalbeamte oder überhaupt verdiente Bürger angehören. Und sie gehen an junge Dichter, die für ein prämiertes Manuskript leichter einen Verleger zu finden hoffen, an ältere Hobbyschriftsteller, die für ihr Schreiben eine sei's noch so kleine Öffentlichkeit suchen, und manchmal auch an Profis, von Preis zu Preis, von Stipendium zu Stipendium sich hangelnde Poeten, die mitnehmen, was sie kriegen können, denn vom Verlagshonorar allein lässt sich schwer leben.“ (aus: DIE ZEIT Nr.15/1997 vom 4. April 1997)

Nun gut, dann gehöre ich also seit heute zu der Schar derer, die am Vorhandensein von Literatur-Stipendien beteiligt ist, zwar nicht als Kulturbeamter, Gymnasiallehrer oder als Jury-Mitglied einer eher kleinen Stadt, aber immerhin habe ich als „geborenes“ Kuratoriumsmitglied einer Stiftung und als mit Literatur befasster Deutschlehrer heute bei der Abstimmung für einen Beirat befürwortend die Hand gehoben und daran mitgewirkt, dass auch künftig Schreibenden in Deidesheim, zusätzlich zum freien Aufenthalt in der Stadt eines unserer Schulstandorte, zwei Flaschen Deputatswein zur Verfügung gestellt werden, wie ich anderswoher in Erfahrung bringen konnte. Begleitend habe ich mir einige Ergebnisse turmgeschriebener Literatur bestellt, um mitvollziehen zu können, welche Gedanken, Ideen, Gefühle, Sätze und Geschichten sich in den Köpfen der Turmschreiber bei einem bei freiem Aufenthalt in dieser Weinstadt entzünden können.  

 

Montag, 24. April 2017:

Und da war er wieder…der Alltag nach den Ferien mit mit all seinen Unwägbarkeiten. Zu vermelden sind zwei Einbrüche, an jedem Standort einer, zum Glück eher weniger Schaden durch verschlossene Türen, aber durchaus Diebstähle! Zähle ich seit meines Hierseins alle zusammen, waren es wohl Nummer sieben und acht. Klar werden die Schäden irgendwie ersetzt oder behoben, aber was das wieder an (unnörigem) Aufwand und Papierkram erfordern wird!

Ansonsten: Alltag einer zurückgegebenen Klassenarbeit in Deutsch, Durchsicht eines Haufens Post nach den Ferien, verschiedene Urlaubs-Kurzberichte mit Schildern einer fast durchgängig ungemütlichen Wetterlage (die Ausnahme bildete Südtirol!) und der Versuch, die Hoheit des Schreibtisches wieder zurückzugewinnen. Einzig eine punktgenau vorzunehmende Beförderung stach etwas vom Alltag ab und erhellte diesen.

 

Freitag, 07. April 2017:

Seit längerem stand fest, dass wir am letzten Schultag vor den Ferien eine Dienstbesprechung ansetzen würden. Zum einen wollten wir der Forderung gerecht werden, das Abitur auch angemessen nachzubereiten, auf der anderen Seite war klar: Auf diesen erreichten Meilenstein wollten wir auch dankend „ein Glas mit allen heben“, denn das Abitur war eine Leistung aller, weil alle mitgewirkt haben. Die uns hier und da aber wiederholt erreichenden Anfragen aus dem Kollegium, welche Auswirkungen die Personalsituation im kommenden Schuljahr hinsichtlich des Einsatzes verschiedener Kolleg/-innen haben wird, machten eine Information aus erster Hand notwendig – einmal, um die Anfragen nicht immer wieder und vor allem vor der Zeit beantworten zu müssen, zum anderen aber auch, um Festlegungen und Wünsche zum jetzigen Zeitpunkt zu relativieren. Fakt ist: Die Änderungen der Deputate bei Teilzeitkräften summierten sich zu 28 Lehrerwochenstunden auf. Das bedeutet, dass „die erste“ eventuell entstehende Planstelle bereits nicht besetzt würde. Darüber hinaus stehen Versetzungsanträge, Bewerbungen, Vertretungen und neue Studienrefrendare an, über die noch in keinster Weise entschieden ist, wovon aber die Personalzuweisung unmittelbar abhängt. Also: Ruhe bewahren und noch zuwarten.

Dann leerte sich die Mensa und die Osterferien „tröpfelten“ mit jedem, der sich in sie verabschiedete, langsam ein. Welch eine Etappe haben wir da geschafft, denn seit dem Start der Schule im Jahr 2008, seit dem „Einzug“ am Standort Deidesheim 2010, seit den ersten Abschlüssen 2013 und seit Errichtung der Oberstufe 2014 schwebte dieser Anlass errechenbar wie ein weit entfernter Ballon voran: das erste Abitur im März 2017 – und nun ist auch dies geschafft. Ich fasse mal eine „Aufforderung“ aus der Schulaufsicht zum Abitur als strikte Dienstanweisung auf: „Genießen Sie es, denn so wie beim ersten Mal wird es nie wieder!“ Also nehme ich enorm viele Eindrücke, Gedanken, Erlebnisse, Augenblicke und Gefühle mit in die Ferien und lasse sie nachwirken. Die Mail einer Mutter erreichte mich noch und wird zusätzlich das ihrige dazu beitragen:

„Lieber Georg,

die Abiturfeier liegt nun schon über eine Woche zurück und dennoch ist sie immer noch sehr präsent. Habe  einigen Abiturienten und -innen bereits rückgemeldet, dass ich  von all den Beiträgen ganz angetan war und einiges sicherlich (und hoffentlich) von nachhaltiger Wirkung sein wird. Auch Deine Rede, insbesondere das Zitat von Peter Rühmkorf traf das Thema, den Anlass und unseren aktuellen Zeitgeist. Sie hat mir sehr gut gefallen. Hab Dank dafür.

Persönlich möchte ich Dir auch sagen, dass ich als Mutter von zwei Kindern in jedem Fall auf eine glückliche Schulzeit meiner Kinder zurückblicke. Meine eigene Schulzeit war weit davon entfernt. So bin ich zufrieden und zuversichtlich, dass die beiden weiterhin ihren Weg gut gehen. Die IGS hat einen wesentlichen Teil dazu beigetragen. DANKE!“

Also dann, ich wünsche euch allen erholsame Ferien, schwärmt aus in alle Welt wie die Abiturient/-innen oder genießt kürzere Reisen, vielleicht weiht ihr auch nur „Balkonia“ ein…auf alle Fälle aber: macht es gut!

 

Mittwoch, 05.April 2017:

Eine Schule an zwei Standorten, mit jeweils anderen Lokalredaktionen, muss damit klarkommen, dass immer etwa die Hälfte der Schulgemeinde nicht, zeitlich versetzt oder kürzer informiert ist. „Unsere“ Grenze verläuft durch die Geminde Forst, nördlich davon ist die Lokalredaktion Bad Dürkheim zuständig, für den Standort Deidesheim ist es diejenige aus Neustadt. Sprich: Heute erschien der Artikel über die Abiturfeier etwas verkürzt in Bad Dürkheim mit eigens erwähnten Schüler/-innen aus diesem Wohnbereich. Schon skurril!

Morgens legte ich meine Kippa ins Auto, denn für zwölf Uhr war ich auf den jüdischen Friedhof in Wachenheim für eine Führung geladen. Aber die Kippa blieb ungenutzt auf dem Beifahrersitz liegen, die Termindichte erlaubte es nicht, dass mir der Besuch vergönnt war. Schade!

Für die Dienstbesprechung am Freitag habe ich meine kleine Auswertung der Abiturergebnisse in einer Präsentation zusammengefasst (vgl. den Eintrag vom 24. März). Ich denke, die Tatsache, dass über 70 Prozent das Abitur abgelegt haben, bei denen es zum Wechsel in Klasse 5 nicht abzusehen war, gibt unserer Schule eine besondere Ausrichtung. Das Augenmerk liegt nicht bei den Leistungsspitzen, der pädagogische Erfolg liegt in der besonderen Förderung derjenigen, die sich entweder später entwickelt haben bzw. bei denen, welche die Geschwindigkeit, die Kognition oder vielleicht auch dem Druck an anderen Schulformen nicht gewachsen gewesen wären. Und – es sei hier nochmals eigens notiert – ohne das Niveau „nach unten“ anzupassen, denn die schriftlichen Aufgabenstellungen wurden zuvor im Prüfungsausschnuss des Ministeriums und am Tag der mündlichen Prüfungen durch die Schulaufsicht mit den bestärkenden Bemerkungen in Augenschein genommen. Dies könnte durchaus Rückwirkungen auf das pädagogische Konzept ergeben. Dennoch: Diese Auswertung stimmt zunächst nur punktuell für dieses erste Abitur. Um argumentativ bestehen zu können, bedarf sie eines Blickes über mehrere Jahrgänge. Da werde ich aber dranbleiben.

Auf Wunsch der Klasse verlängerte ich den Abgabetermin des Stationenlernens zum Sprachwandel. Aus meiner Sicht bestand genügend Zeit zum Erarbeiten der fünfzehn geforderten Stationen. Nun ist für Freitag der Punkt gesetzt und siehe: Bei einigen Schüler/-innen kommt nun doch Hektik auf, welches ich nur als Ergebnis vorherigen „Bummelns“ werten kann. Also los, ihr Lieben, zwei Tage bleiben euch noch!   

 

Montag, 03. April 2017:

Bereits vor der Abiturfeier hatte ich ja auf Anfrage die Namen der Abiturienten und Preisträger und ebenfalls meine Rede an die Tageszeitung übermittelt. Ich wusste, dass der Bericht erst heute im Neustadter Lokalteil erscheinen sollte. Daher fuhr ich vor der Schule schnell die Tankstelle in Deidesheim an, um mir diese Ausgabe zu besorgen. Sofort stießen meine Augen auf das mir bereits bekannte Foto (Der Fotograf hatte es mir am Samstag per Mail zugesandt und wollte von mir die Namen der abgebildeten Preisträger in der richtigen Reihenfolge haben, die ich dann zurückmailte). Der dazugehörige Bericht begeisterte mich dagegen nicht. Statt die der Redakteurin doch bekannte Rede zusammenzufassen, zerstückelte sie diese in einzelne Zitate, die nun ohne roten Faden als Versatzstücke im Text verteilt waren. Naja! Und dann war der erste Schultag ohne den Gründungsjahrgang zu meistern – ein seltsames Gefühl. Mit dem Hausmeister besprach ich den Ort, an dem das Gemälde, das ich in der Abiturfeier geschenkt bekam, aufgehängt werden könnte. Ich verbreitete auch bereits den Gedanken, dass es der Beginn einer schönen Tradition  sein könnte, wenn jeder Jahrgang ein solches Bild mit allen Unterschriften anfertigen würde. Die dazu notwendige Leinwand würde ich gerne stiften. Langsam würde dann ein „Walk of Fame“ entstehen, der auch nach dem Neubau wieder zu integrieren wäre.

Ansonsten wurden allerorten „Nachbetrachtungen“ angestellt, über den Jahrgang an sich, das Abitur und die Feier vom Freitag. Eine sehr schöne Rückmeldung auf meine Rede lautete: „Ich bin richtig stolz auf meinen Schulleiter nach dieser Rede!“ – Danke! Auch die ersten Schüler, die nicht bestanden haben, tauchten auf, holten entweder ihre Abgangszeugnisse ab, nur eine Schülerin stellte einen Antrag auf Wiederholung. Nochmals also Augenblicke des Abschieds mit Umamrungen und Zusagen, den Kontakt zu halten. Zum Abitur gehört in diesem Jahr auch, dass es ein Schüler mit Asperger Syndrom, einer Form von Autismus, mit langjähriger Betreuung und mit vielen Gesprächen und „Verhandlungen“ wegen des Nachteilsausgleiches, auch mit dem Ministerium, geschafft hat, die Reifeprüfung erfolgreich abzulegen. Heute verabschiedete sich, allen dankend, die Intergrationshelferin. Ein weiterer bemerkenswerter Abschnitt geht hier erfolgreich zu Ende.   

In der nachmittäglichen Schulleitungssitzung beschäftigten wir uns mit verschiedenen Themen, die im laufenden Schuljahr noch anstehen, aber durchaus längerfristige Wirkungen haben werden – ein Tag also, an dem sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft die Klinke in die Hand gaben. So gesehen doch ein bemerkenswerter.