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Jüdischer Gottedienst in der Synagoge Deidesheim

 

Nach mehr als 75 Jahren fand am Sonntag, dem  10. März 2013, wieder ein Gottesdienst in der ehemaligen Synagoge von Deidesheim statt.  Dabei handelte es sich um ein Nachmittagsgebet (Mincha). Gehalten wurde dieser Gottesdienst von dem amerikanischen Rabbi Gary Davidson (Air Base Ramstein).  Deidesheim war bereits die dritte Station nach Odenbach und Meisenheim. Die Idee von Rabbi Davidson, in den noch vorhandenen ehemaligen Synagogen, die als öffentliche Gebäude genutzt werde, jüdische Gottesdienste abzuhalten, wird hoffentlich noch in weiteren Orten umgesetzt werden.

 

Initiiert wurde der Gottesdienst durch eine Kooperation der Jüdischen Kultusgemeinde Rheinpfalz mit dem Freundeskreis Ehemalige Synagoge Deidesheim und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Pfalz. Die einführenden Worte sprachen Dr. Franz-Josef Ratter (Vorsitzender des Freundeskreises Ehemalige Synagoge Deidesheim) und der Stadtbürgermeister Manfred Dörr.

 

Der Gebetsgottesdienst wurde in hebräischer Sprache gehalten, wobei die Anwesenden die Gebete in Übersetzungen mitlesen konnten. Die Erläuterungen zum Gottesdienst und zum Anlass des Gottesdienstes wurden in die jeweiligen Sprachen der anwesenden Gäste übersetzt.

 

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde eine Mesusá (Haussegen) an der Tür der Synagoge befestigt.

  

In der Mesusá befindet sich ein kleines Stück Pergament mit zwei Textstellen aus der Thora. Sie wird an jüdischen Gebäuden am rechten Türpfosten ungefähr in Augenhöhe in Schräglage befestigt. Für die Ausrichtung der Mesusa gibt es verschiedene Erklärungsmodelle. Eine gängige Erklärung ist: Hierdurch soll ausgedrückt werden, dass nur Gott die Dinge ganz richtig (gerade) machen kann, nicht aber die Menschen, deren Handlungen immer unvollständig (schief) bleiben. 

  • Fotos und Textteile wurden erstellt von Dr. Markus Sasse, Lehrer am WHG Bad Dürkheim und Fachleiter Ev. Religion
  • Informationen zur Geschichte und Nutzung des Deidesheimer Synagogenbaus unter: Judentum in der Region Bad Dürkheim

Der Freundeskreis Ehemalige Synagoge Deidesheim hat in seiner letzten Vereinssitzung am Donnerstag, dem 28.02.2013 die IGS Deidesheim/Wachenheim aufgefordert, zukünftig die ehemalige jüdische Synagoge als außerschulischen Lernort sowie als Veranstaltungsort für Schulveranstaltungen intensiv zu nutzen. 

Dieses Angebot nehmen wir gern in Anspruch und freuen uns auf eine intensive Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis und der Stadtverwaltung Deidesheim.

 

Literatur:

Synagogen Rheinland-Pfalz – Saarland 133-135.

Weber, Synagogen  60