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Diskussion und Lesung mit Yehudis Jacobowitz

Am 04. Mai 2018 fand an der IGS Deidesheim/Wachenheim eine Diskussion und Lesung mit Yehudis Jacobowitz statt.

 

Etwa 60 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 11 waren gekommen. Anlass war der Besuch von der Autorin Yehudis Jacobowitz, die aus ihrem Buch „Verwurzelt | Entwurzelt - Ein israelisches Tagebuch“ las.

Frau Jacobowitz begann mit der Frage, was die Schüler mit Israel in Verbindung bringen. Es kamen Antworten u. a. wie „Klagemauer“, „Nahostkonflikt“, „drei Religionen“, „ultraorthodoxe Juden“ und „Bewässerungstechnologie“. Auf die Frage, was ihnen bei dem Wort Juden einfällt, wurden „Antisemitismus“, „Holocaust“, „Kippa“ und anderes genannt. Dann erzählte Yehudis Jacobowitz von ihren Kindern, dem Sohn Elya, der zurzeit seinen dreijährigen Militärdienst absolviert, und von der Tochter Shira, die nicht zum Militär gehe, stattdessen aber zwei Jahre Sozialarbeit geleistet hat, wo sie in der Reittherapie arbeitete und israelischen und arabischen Kindern mit unterschiedlichen mentalen und körperlichen Behinderungen unterstützte. Derzeit befindet sie sich auf Weltreise, im Moment gerade in Neuseeland. Sie berichtet, wie schwer es für eine Mutter ist, in der derzeitigen Situation einen Sohn bei der Armee zu haben, auch wenn die Israel Defense Forces eine reine Verteidigungsarmee sei.

Im weiteren Verlauf der Lesung wurde auch das Thema „Israel - ein Schmelztiegel verschiedenster Nationalitäten, Identitäten und Religionen“ angesprochen. Frau Jacobowitz berichtete davon, dass in den letzten Jahren vor allem russische Juden vermehrt nach Israel eingewandert sind und in manchen Regionen mehr Russisch als Hebräisch gesprochen wird. Aber auch Juden aus Frankreich entfliehen dem immer stärker werdenden Antisemitismus und ziehen nach Eretz Israel.

Zum Abschluss der zweistündigen Schulstunde entstand noch eine angeregte Diskussion, in der es unter anderem um die Frage des Sabbats ging, das Verhältnis der Israelis zu den Arabern und Palästinensern und was es bedeutet, eine modern-orthodoxe Jüdin zu sein.

Als kleines Dankeschön für die anregende Buchlesung überreichte der Kurslehrer, Herr Molter, eine Flasche IGS Riesling an Frau Jacobowitz.

  

Dr. Thomas Popp, Freundeskreis ehem. Deidesheimer Synagoge